USA
Jobbericht dürfte wegen Etatstreit verschoben werden

Wegen des Haushaltsstreits ist die Verwaltung der Vereinigten Staaten derzeit weitgehend lahmgelegt. Das trifft nun auch den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht – der lässt noch auf sich warten.
  • 0

WashingtonDer an den Finanzmärkten mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht wird bis zur Aufhebung des Haushaltsnotstands nicht veröffentlicht. Die zuständige Statistikbehörde des Washingtoner Arbeitsministeriums erklärte am Dienstag, während des Stillstands in der öffentlichen Verwaltung („government shutdown“) würden keine Daten registriert, keine Berichte publik gemacht und auch keine Anfragen beantwortet. Sobald neue Veröffentlichungstermine feststünden, würden diese bekanntgegeben. Turnusgemäß sollte der Arbeitsmarktbericht für September am Freitag vorgestellt werden. Er gehört zu den wichtigsten Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft.

Viele Anleger hatten daher gehofft, dass für die Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts eine Ausnahme gemacht wird. Ob er doch noch am Freitag veröffentlicht werden kann, wenn der Haushaltsnotstand nur kurz anhält, war zunächst unklar.

Wegen des Haushaltsstreits ist die Verwaltung der Vereinigten Staaten derzeit weitgehend lahmgelegt. Republikaner und Demokraten konnten sich bis Beginn des neuen Haushaltsjahres am Dienstag nicht auf ein Übergangsetat einigen. Damit kommt es zum Budget-Notstand. Viele Behörden wurden angewiesen, auf Minimalbetrieb zu schalten.

Auch die Veröffentlichung von Konjunkturdaten zum Immobilienmarkt wurde auf unbekannte Zeit verschoben. Die Zahlen zu den Bauausgaben der Amerikaner im August sollten am Dienstagnachmittag veröffentlicht werden. Das Handelsministerium verschob die Bekanntgabe, ohne einen neuen Termin festzulegen. Dutzende Statistiken aus der Agrarindustrie wie zu Ernte-Ergebnissen und Schlachtquoten blieben ebenfalls aus, weil das Landwirtschaftsministerium die Veröffentlichung einstellte.

Die drohende Verschiebung des offiziellen Arbeitsmarktberichts aus Washington rückt die Statistik der privaten Agentur ADP in den Blickpunkt der Anleger. Der am Mittwoch erwartete ADP-Bericht gilt allerdings als nicht so umfassend wie der des US-Arbeitsministeriums. Auch andere von der Regierung unabhängige Statistiken werden weiter erscheinen - wie der am Dienstag veröffentlichte Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager vom Institute for Supply Management (ISM).

Auch einige amtliche Statistiken werden während des Haushaltsnotstands publik gemacht, so die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Das Energieministerium erklärte zudem, dass ihm nicht unmittelbar die Gelder ausgehen und es deshalb vorerst weiter Daten zu Energiepreisen und -produktion veröffentlichen kann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " USA: Jobbericht dürfte wegen Etatstreit verschoben werden "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%