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USA: Obama nimmt Steueroasen ins Visier

Der amerikanische Präsident Barack Obama nimmt sich des nächsten Problems der USA an: Jetzt will er Firmen und Bürger die Steuerflucht aus den USA in Steueroasen erschweren. Wenn er diesen Plan umsetzt, dann warten auf Obama schwere Auseinandersetzungen mit Großkonzernen.

US-Präsident Obama will an die Auslandkonten von Firmen. Dort liegen mindestens 700 Mrd. Dollar. Quelle: ap
US-Präsident Obama will an die Auslandkonten von Firmen. Dort liegen mindestens 700 Mrd. Dollar. Quelle: ap

HB WASHINGTON.Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sollen künftig US-Firmen nicht mehr so leicht wie bisher Profite auf unbegrenzte Zeit steuerlich günstig in Übersee parken können. Überdies müssten sich reiche Amerikaner, die mit Hilfe von Auslandskonten den heimischen Fiskus umgehen wollen, auf schärfere Regularien gefasst machen.

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Die 20 größten Wirtschaftsmächte waren bei ihrem Gipfeltreffen Anfang April in London übereingekommen, dass Steuerparadiese künftig viel stärker als bisher kontrolliert werden sollen. Wenn sie nicht mit den Steuerbehörden anderer Länder zusammenarbeiten, kommen sie auf eine schwarze Liste. Außerdem können sie auch bestraft werden. Die G20 hatten die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit aufgefordert, eine Liste "Schwarzer Schafe" zu veröffentlichen.

Nach diesen Zeitungsangaben liegen mindestens 700 Mrd. Dollar (530 Mrd. Euro) an US-Unternehmensgewinnen auf Auslandskonten. Der Obama-Plan sehe vor, den rechtlichen Status von Auslands-Töchtern amerikanischer Firmen so zu ändern, dass sich damit schwerer als bisher Steuern vermeiden lassen. Davon sollen auch die Länder profitieren, in denen die Unternehmensableger sitzen. Nach Meinung des Blattes drohen wegen der Pläne heftige Auseinandersetzungen vor allem zwischen Großkonzernen und Washington.

Die US-Regierung strebt laut "Wall Street Journal" mit Blick auf Übersee-Konten von Privatleuten unter anderem an, den Informationsaustausch zu verstärken und mit härteren Strafen zu drohen.

Durch die Verschärfung des Steuerrechts rechne der Präsident über die nächsten zehn Jahre mit Mehreinnahmen von rund 210 Milliarden Dollar. Unter anderem solle Unternehmen in Zukunft nicht mehr gestattet werden, im Ausland anfallende Kosten sofort von der Steuerschuld abzuziehen.

Nach den gegenwärtigen Steuergesetzen dürfen US-Formen Gewinne als im Ausland erwirtschaftet erklären und das Geld auf Auslandskonten parken. So können die Unternehmen der Steuer entgehen - so lange bis sie das Geld wieder in die USA zurücktransferieren.

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