USA
Obamas Spitzen-Anwalt tritt zurück

US-Präsident Barack Obama belastet eine unangenehme Personalie: Der leitende Rechtsberater des Weißen Hauses, Greg Craig ist zurückgetreten. Offenbar gab es Differenzen über die Schließung des Lagers Guantánamo Bay auf Kuba.
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dpa WASHINGTON. Der leitende Rechtsberater des Weißen Hauses, Greg Craig, ist am Freitag zurückgetreten. Nach Medienberichten stecken hinter dem Schritt Meinungsverschiedenheiten über das Vorgehen bei der Schließung des Lagers Guantánamo Bay auf Kuba. US- Präsident Barack Obama hatte kurz nach seiner Amtsübernahme erklärt, dass er die umstrittene Einrichtung binnen eines Jahres dichtmachen wolle. Die von ihm selbst gesetzte Frist dafür läuft am 22. Januar 2010 ab, aber es gilt als zunehmend wahrscheinlich, dass der Plan bis dahin nicht in die Tat umgesetzt werden kann.

Craig war als Topjurist im Weißen Haus weitgehend an den Planungen beteiligt. Kritiker lasten ihm unter anderem an, dass er den Widerstand im Kongress gegen die mit einer Schließung verbundene Verlegung der Gefangenen in die USA völlig unterschätzt habe.

Sowohl Craig als auch das Weiße Haus dementierten indessen, dass der Rücktritt einen derartigen Hintergrund habe. Es hieß lediglich, Craig werde wieder privat als Anwalt praktizieren. Der 64-Jährige war 1988 über die USA hinaus bekanntgeworden, als er Präsident Bill Clinton im damaligen Amtsenthebungsverfahren wegen der Lewinsky- Affäre verteidigte. Craig wird durch Bob Bauer ersetzt, einen langjährigen Wahlkampf-Rechtsberater der Demokraten und ehemaligen persönlichen Anwalt Obamas.

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