USA öffnen Programm zur Bankenrettung für Verbraucher
Richtungswechsel lässt Bankaktien abstürzen

Angesichts der drohenden Rezession verlagern die USA den Schwerpunkt ihres ursprünglich zur Rettung des Bankensystems vorgesehenen Krisenprogramms. Nach den Worten von Finanzminister Henry Paulson sollen die verbliebenen 350 Mrd. Dollar statt direkt in die Banken in den eingefrorenen Kreditmarkt fließen.

ben/gbr/HB NEW YORK/OTTAWA. So sollen Verbraucher leichteren Zugang zu Darlehen erhalten und die Zahl der Zwangsversteigerungen von Privathäusern soll reduziert werden. "Die Illiquidität im Kreditmarkt erhöht die Kosten und reduziert die Verfügbarkeit von Autofinanzierungen, Studienkrediten und Kreditkartendarlehen. Dies ist eine schwere Belastung für das amerikanische Volk und reduziert die Zahl der Arbeitsplätze", sagte Paulson gestern.

Die USA stecken am Beginn einer vor allem durch den Rückgang der Verbraucherausgaben ausgelösten Rezession. Weil überschuldete Konsumenten überteuerte Kredite in der aktuellen Finanzkrise nicht mehr günstig umschulden können und ihre Häuser in großer Zahl in die Zwangsversteigerung gehen, geben sie weniger Geld aus als früher.

Ursprünglich war das Programm zum Ankauf toxischer Kreditpapiere durch den Staat aufgelegt worden. Stattdessen wurden die ersten 350 Mrd. Dollar für Teilverstaatlichung von Banken genutzt. Dies sei schneller umzusetzen gewesen, sagte Paulson. Bislang gebe es keine Pläne, auf das alte Konzept zurückzukommen.

Weil die Kapitalspritzen für die Banken trotz massiven Drucks aus der Politik nicht wie erhofft zu einer höheren Kreditvergabe führten, sollen die Mittel nun anders eingesetzt werden. Man prüfe, ob die Notenbank Fed hochwertige besicherte Anleihen kaufen soll, sagte Paulson. Die Banken hatten in der Vergangenheit über diese Anleihen Kredite weiterverkauft. Seit Beginn der Krise ist dies nicht mehr möglich, die Institute fuhren ihre Kreditvergabe zurück. Nun soll die Fed diesen Markt wieder in Bewegung bringen.

Zudem erwägt die Regierung nach Paulsons Worten, gemeinsam mit der Einlagensicherung FDIC solchen Bauherren mit Staatsmitteln zu helfen, deren Häuser wegen Überschuldung vor dem Zwangsverkauf stehen. Wie dies genau aussehen könnte, ließ er offen.

Auch wann er im Parlament um die Freigabe der zweiten Tranche des Programms bitten werde, ließ Paulson offen. Möglicherweise will er dies der neuen Regierung überlassen , die nach dem Wahlsieg des Demokraten Barack Obama im Januar ins Amt kommt.

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