USA Offenbar erste Anklagen in der Russland-Affäre

Im Ermittlungsverfahren um Russlands mutmaßlichen Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl könnten am Montag bereits die ersten Beschuldigten festgenommen werden. Die von Trump betitelte „Hexenjagd“ geht weiter.
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Die Ermittlungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller zur Russland-Affäre könnten schon bald Früchte tragen. Quelle: Reuters
Einmischung in US-Wahlkampf

Die Ermittlungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller zur Russland-Affäre könnten schon bald Früchte tragen.

(Foto: Reuters)

WashingtonIn der Affäre um eine mutmaßliche Einflussnahme Russlands auf den US-Präsidentschaftswahlkampf gibt es einem Insider zufolge erste Anklagen. Eine Grand Jury in Washington habe diese zugelassen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Wie die Vorwürfe lauten und gegen wen sie sich richten, wurde zunächst nicht bekannt. US-Geheimdienste waren in einem im Januar veröffentlichten Bericht zu dem Schluss gekommen, der russische Präsident Wladimir Putin habe eine Beeinflussung des US-Wahlkampfs zugunsten Trumps angeordnet. Russland hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Zuerst hatte CNN am Freitag über die Zulassung der Anklagen berichtet. Dem US-Fernsehsender zufolge könnte die betroffene Person möglicherweise bereits am Montag festgenommen werden. Ein Sprecher von Sonderermittler Robert Mueller, der die Untersuchungen in der Affäre leitet, wollte die Berichte nicht kommentieren.

Eine „Wolke“ über Trumps Präsidentschaft
Clinton-E-Mails
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Clinton-E-Mails: Im Sommer 2016 tauchten öffentlich Tausende E-Mails auf, die unter anderem brisante Details über das Innenleben der US-Demokraten offenbarten. Schnell kam der Verdacht auf: Die Computer der Clinton-Partei wurden im Auftrag Russlands gehackt.

Kreml in Moskau
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US-Geheimdienste kamen zu dem Schluss, dass Russland tatsächlich dahinterstecke. Sie halten es für möglich, dass der Kreml damit Donald Trump ins Weiße Haus verhelfen wollte.

Verbindungen zum Botschafter
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Mehrere führende Trump-Leute hatten noch vor der Amtseinführung, teilweise auch vor der Wahl, Kontakt zu Russlands Botschafter Sergej Kisljak (r.): Schwiegersohn Jared Kushner, Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und und Justizminister Jeff Sessions. Flynn ist inzwischen entlassen, Sessions hält sich aus dem Russland-Thema wegen möglicher Befangenheit heraus. Kushner ist weiter im Amt.

FBI-Untersuchung
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Schon während des Wahlkampfes hatte es möglicherweise Kontakte von Trump-Leuten zu russischen Regierungsstellen gegeben. Für das FBI untersucht inzwischen dessen ehemaliger Chef und Comey-Vorgänger Robert Mueller die Angelegenheit.

Was weiß Comey?
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James Comey hatte das ebenfalls getan. Präsident Trump forderte von Comey Loyalität und, dass er die Ermittlungen gegen Michael Flynn fallenlasse. Als Comey sich darauf nicht einließ, wurde er entlassen. Trump-Gegner sehen dies als mögliche Einflussnahme auf die Justiz. Dies nährte den Verdacht, dass Trump eigene oder politische Interessen in der Russland-Affäre hat.

Der frühere FBI-Chef untersucht, ob Angehörige von Trumps Wahlkampfteam in die Affäre verwickelt sind. Dabei geht es neben der Einflussnahme auf den Wahlkampf um mögliche Geldwäsche, Steuerflucht und andere Delikte der Finanzkriminalität. Bei seinen Ermittlungen hat das Mueller-Team unter anderem Trumps früheren Stabschef Reince Priebus, den früheren Pressesprecher Sean Spicer sowie andere Mitarbeiter des Präsidialamts befragt. Im Juli durchsuchten FBI-Mitarbeiter die Wohnung von Trumps früherem Wahlkampfmanager Paul Manafort. Dessen Finanz- und Immobiliengeschäfte sowie frühere Arbeit für eine prorussische Partei in der Ukraine werden ebenfalls von Mueller unter die Lupe genommen.

Trump, der im November vergangenen Jahres zum Präsidenten gewählt wurde, hat bestritten, dass sein Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet habe und die Ermittlungen als Hexenjagd bezeichnet. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen hatte er FBI-Chef James Comey entlassen.

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