USA
Pläne für Anti-IS-Kämpferausbildung stoßen auf Kritik

Zur Unterstützung der Luftangriffe gegen den Islamischen Staat wollen die USA mit Unterstützung der Türkei innerhalb von drei Jahren insgesamt 15.000 Kämpfer ausbilden. Experten bezweifeln, dass das sinnvoll ist.
  • 0

IstanbulDer Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat hat mit einem Pakt zwischen den USA und der Türkei zur Ausbildung und Bewaffnung syrischer Aufständischer neuen Auftrieb erhalten. Doch zwei Monate nach Abschluss des Pakts ist das Programm noch nicht richtig in Gang gekommen, die Stimmung ist skeptisch. Türkische Regierungsvertreter, syrische Rebellen und sogar frühere US-Berater bezweifeln offen, ob das Projekt jemals einen entscheidenden Einfluss auf das Gefechtsgeschehen haben kann.

Das US-Verteidigungsministerium arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an einer Liste potenzieller Kämpfer, die im Rahmen des Programms mit einem Volumen von 500 Millionen Dollar (470 Millionen Euro) ausgebildet werden sollen.

Ziel ist, die Luftangriffe gegen den Islamischen Staat (IS) durch eine schlagkräftige Bodentruppe zu unterstützen. Türkische Regierungsbeamte, die den Start des Programms ursprünglich mit März angegeben hatten, streben nun einen Beginn im Mai an.

Sie sagen, sie erwarteten von den USA noch eine Strategie, wie die ausgebildeten Kämpfer in Syrien stationiert oder geschützt werden sollen. US-Vertreter sagen zwar, sie behielten die Strategie für sich, um dem Feind keine Hinweise zu geben, doch amerikanische Beobachter, die mit den Planern gesprochen haben, sind skeptisch.

„Mein Gefühl ist, sie haben keine echte Strategie im Sinn von etwas, womit tatsächlich ein Ziel erreicht werden könnte“, sagt Frederic Hof, ein früherer Berater der Regierung von US-Präsident Barack Obama für den Übergang in Syrien. Hof, heute ein Fellow des Atlantikrats mit Sitz in Washington, bezeichnet das Programm als Platzhalter für den Fall, dass die Regierung den Kampf in Syrien forcieren will.

Seite 1:

Pläne für Anti-IS-Kämpferausbildung stoßen auf Kritik

Seite 2:

Bescheidene Zahlen wecken Zweifel

Seite 3:

Hassm-Bewegung als warnendes Beispiel

Kommentare zu " USA: Pläne für Anti-IS-Kämpferausbildung stoßen auf Kritik"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%