USA
Polen beteiligt sich an Raketenabwehr-System

Nach dem Verzicht der USA auf den umstrittenen Raketenschutzschild hat Polen Interesse an dem geplanten Nachfolgesystem bekundet. Es gehe um „Sicherheitsstandard wie in Westeuropa“, betonte Warschau.
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HB WARSCHAU. Ministerpräsident Donald Tusk zeigte sich am Mittwoch nach einem Gespräch mit US-Vizepräsident Joe Biden zur Teilnahme an dem Vorhaben bereit. Biden bekräftigte bei seinem Besuch in Warschau die Sicherheitsgarantien für Polen. Der frühere Ostblock-Staat hatte besorgt auf den Wegfall des Schutzschirms reagiert, da die USA ihre Entscheidung mit Rücksicht auf Russland getroffen hatten.

„Polen erachtet das neue Raketenabwehrvorhaben als sehr interessant und wichtig und ist in angemessenem Umfang bereit, sich daran zu beteiligen“, sagte Tusk auf einer Pressekonferenz mit Biden. Das Nachfolgesystem sieht zunächst die Stationierung von Abwehrraketen auf See und dann an Land vor. In Polen könnten danach SM-3-Abfangraketen aufgestellt werden, die zur Bekämpfung von Kurz- und Mittelstreckenraketen geeignet sind.

Biden begrüßte die Bereitschaft Polens und bemühte sich zugleich, Sicherheitsbesorgnisse der Regierung in Warschau zu zerstreuen. „Unsere Verpflichtung gegenüber Polen ist unerschütterlich.“ Das Nato-Mitglied hat wiederholt darüber geklagt, dass es keine US-Truppen oder große Einrichtungen des Bündnisses beherbergt. „Die Hardware ist uns egal. Uns geht es darum, hier den gleichen Sicherheitsstandard wie in Westeuropa zu haben“, beschrieb der stellvertretende Leiter des Amts für Naionale Sicherheit, Witold Waszczykkowski, die Interessen seines Landes.

Russland hatte in dem jetzt fallengelassenen Raketenschutzschirm eine Bedrohung seiner Sicherheit gesehen. Das Nachfolgemodell sieht es dagegen mit weniger Sorgen. Der Schutzschild sollte zur Abwehr von Raketenangriffen aus Ländern wie dem Iran dienen und war von der früheren US-Regierung geplant gewesen.

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