USA
Rumsfeld steht als „Irak-Pfuscher“ am Pranger

US-Medien spekulieren über das baldige Aus von Donald Rumsfeld. In Bestandsaufnahmen drei Jahre nach der Invasion im Irak wird dem Pentagonchef ein Großteil der Schuld an der Gewalt in dem Land zugewiesen. Von der „New York Times“ bis hin zum Sender CNN sind sich die Kommentatoren sicher, dass sich „Rummy“ nicht mehr lange im Amt halten wird.

WASHINGTON. Pentagonchef Donald Rumsfeld ist selten gut auf die Medien zu sprechen, und zur Zeit weniger denn je. Beklagt sich der US-Verteidigungsminister seit Beginn des Irak-Kriegs immer wieder darüber, dass sich die Presse aus all den Entwicklungen im Zweistromland stets nur Negatives herauspicke, hört und liest er in diesen Tagen insbesondere Schlechtes über sich selbst.

Die Quintessenz der Vorwürfe: Selbstherrlich habe Rumsfeld alle Warnungen in den Wind geschlagen, dass das von ihm entsandte Truppenkontingent zwar groß genug zur Eroberung von Bagdad sei, aber nicht zur Stabilisierung der Lage im Land. George W. Bush sei von seinem Verteidigungsminister schlecht beraten worden, schrieb die „New York Times“. Die Frage, ob durch eine verpfuschte Invasion Chancen verspielt worden seien, möge sich angesichts der derzeitigen Situation erübrigt haben, „bis auf eine Ausnahme: Der Pfuscher, Donald Rumsfeld, ist immer noch im Amt“.

Kolumnistin Maureen Dowd zitierte darüber hinaus einen Regierungsbeamten mit den Worten, Rumsfelds Gewicht bei Minister- Treffen im Weißen Haus sei nicht mehr so groß wie früher. Der 73- Jährige werde wie ein exzentrischer alter Onkel behandelt, den man ignoriere.

So zeigt Rumsfeld vor Journalisten wieder häufiger sein charakteristisches Lächeln. Rumsfeld tut das immer, wenn er persönlich in die Schusslinie gerät, und oft ist er dann auch besonders unterhaltsam - jener Stil, der seinen Pressekonferenzen den Titel „Rummy“-Show eingetragen hat.

Daneben übt Rumsfeld erstmals Selbstkritik. Er äüßerte sich überraschend skeptisch über die politischen Anstrengungen der USA um Zustimmung und Anerkennung in der Welt. „In Schulnoten ausgedrückt würden wir als Staat im weltweiten Kampf der Ideen ...gegen den islamischen Extremismus höchstens eine Vier oder eine Vier-Plus verdienen“, sagte Rumsfeld bei einem Besuch des Armeekriegs-College in Carlisle (US-Bundesstaat Pennsylvania) am Montag. Das US-Schulnotensystem kennt nur die Noten eins bis fünf.

„Ich denke nicht, dass es leicht wäre, aber wir haben bisher als Land noch nicht das richtige Rezept gefunden“, meinte Rumsfeld. Es gebe derzeit keinen Kampf der Kulturen, sondern einen Kampf innerhalb der Kultur. „Es gibt eine relativ kleine Zahl von gewalttätigen Extremisten und eine große Zahl von Gemäßigten, die nicht an den gewaltsamen Extremismus glauben“, sagte Rumsfeld. Die USA müssten Wege finden, diese Kräfte zu ermutigen und zu unterstützen.

Seite 1:

Rumsfeld steht als „Irak-Pfuscher“ am Pranger

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%