USA schickt mehr Truppen
Haitis Rebellenführer erklärt sich zum Militärchef

„Niemand sollte einen gewählten Präsidenten zwingen zu gehen“, sagte Aristide am Montag von der Zentralafrikanischen Republik aus dem US-Fernsehsender CNN. Die USA hätten ihn gezwungen, sein Land nach der Revolte zu verlassen, um ein Blutbad zu vermeiden, so Aristide weiter. Er war am Sonntag vor den Rebellen im eigenen Land geflohen und am Montag in der Zentralafrikanischen Republik eingetroffen.

HB PORT-AU-PRINCE/WASHINGTON. Bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Port-au-Prince sagte Philippe, er hege aber keine politischen Ambitionen und werde den Anordnungen des Interimspräsidenten Boniface Alexandre Folge leisten. Die Rebellen, die am Montag in Port-au-Prince eingetroffen waren, patrouillierten dort auch am Dienstag in den Straßen.

„Mir wurde gesagt, dass ich besser gehen sollte, wenn ich ein Blutbad vermeiden wolle“, sagte Aristide. Das sei ein moderner Art des Staatsstreiches, weniger eine Entführung. US-Truppen und Haitianische Truppen hätten ihn verschleppt.

US-Außenminister Colin Powell wies die Vorwürfe zurück. „Die Behauptung, dass wir irgendwie den früheren Präsidenten Aristide entführt hätten, entbehren jeglicher Grundlage, sie sind absurd.“ Rund 15 Mitglieder seiner persönlichen Sicherheitsabteilung hätten Aristide von seinem Haus zum Flughafen begleitet, seien mit ihm an Bord gegangen und in die Zentralafrikanische Republik geflogen. Aristide sei freiwillig in das Flugzeug gestiegen und nicht von den USA gezwungen worden. Auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Stabschef Richard Myers wiesen die Darstellung Aristides zurück. Der Sprecher des US-Präsidialamtes Scott McClellan sagte, das sei „kompletter Unsinn“. Aristide dagegen beharrte auf seiner Darstellung: „Ich sage die Wahrheit. Sie haben mich belogen.“

USA schicken bis zu 2 000 Soldaten nach Haiti

Die USA planen bis zu 2 000 US-Soldaten nach Haiti schicken, das sagte am Montag US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in Washington. Die Soldaten sollen dort eine von der Uno entsandte multinationale Truppe anführen, die nach der Flucht von Präsident Jean-Bertrand Aristide für Ruhe und Ordnung sorgen soll. Frankreich und Kanada haben bereits ebenfalls Soldaten nach Haiti entsandt. Der Uno-Sicherheitsrat hatte in der Nacht zu Montag der multinationalen Truppe einstimmig ein Mandat für 90 Tage erteilt. Die Truppe soll dann von einer Uno-Stabilisierungstruppe abgelöst werden. Deren Führung solle ein anderes Land übernehmen und nicht die USA, sagte Rumsfeld.

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