International
USA schulen irakisches Gefängnispersonal

Der irakische Justizminister fordert, dass amerikanische und britische Soldaten, die irakische Gefangene misshandelt und gefoltert haben, im Irak vor Gericht kommen sollen. Die USA haben unterdessen Spezialisten in den Irak entsandt, die dort das Gefängnispersonal schulen sollen.

HB WASHINGTON/BAGDAD. Rund 25 Experten der US-Militärpolizei seien bereits vor zwei Monaten in den Irak geschickt worden, nachdem eine interne Untersuchung der Armee auf Misshandlungen im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad hingedeutet habe, berichtete die „Washington Post“ am Dienstag unter Berufung auf Militärkreise. Die Untersuchung habe auch ergeben, dass das US-Wachpersonal von Abu Ghraib nicht angemessen auf seine Aufgabe vorbereitet worden sei.

Das US-Verteidigungsministerium hat strafrechtliche Ermittlungen gegen sechs Soldaten eingeleitet, die irakische Gefangene misshandelt und erniedrigt haben sollen. Sieben Offiziere und Unteroffiziere wurden scharf gerügt. Der US-Sender CBS hatte in der vergangenen Woche Fotos von Misshandlungen irakischer Gefangener veröffentlicht. Die Bilder sorgten weltweit für Empörung.

Amerikanische und britische Soldaten, die irakische Gefangene misshandelt und gefoltert haben, sollten nach Ansicht des irakischen Übergangsminister für Justiz, Hashim el Schibli, im Irak vor Gericht gestellt werden. Die Verletzung der Rechte und Würde irakischer Gefangener durch ihre Bewacher stelle eine „völlige Missachtung des internationalen Rechts“ dar, erklärte der Minister in einer am Dienstag von irakischen Medien verbreiteten Stellungnahme.

„Gegen die Täter und ihre Vorgesetzten sollte eine von „Amnesty International' überwachte Untersuchung eingeleitet werden, um den Weg für ein gerichtliches Verfahren freizumachen“, meinte El Schibli. Bilder aus dem US-geführten Gefängnis Abu Ghoreib bei Bagdad und aus der britischen Besatzungszone mit Folterszenen hatten in der vergangenen Woche weltweites Aufsehen und Empörung ausgelöst.

Das US-Militär lässt es grundsätzlich nicht zu, dass seine Angehörigen in fremden Ländern vor Gericht gestellt werden. Verfehlungen werden auch bei Auslandseinsätzen im Rahmen der eigenen Militärgerichtsbarkeit geahndet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%