USA setzen auch im Handel auf Koalition der Willigen
Einzel-Abkommen gefährden Welthandelsorganisation

In der Welthandelsorganisation (WTO) geht die Angst um. Die anschwellende Zahl zwischenstaatlicher Verträge über den Warenaustausch drohen die WTO ins Mark zu treffen. Mehr als 200 regionale Handelsabkommen oder bilaterale Freihandelspakte (FTA) sind inzwischen in Kraft.

GENF. Weitere 90 Projekte sind unterschrieben oder in Angriff genommen. „Die Ausbreitung regionaler Handelsabkommen erfüllt uns mit Sorge“, gibt WTO-Generaldirektor Supachai Panitchpakdi zu: „Sie untergraben die Transparenz und die Vorhersehbarkeit in den internationalen Handelsbeziehungen.“

Besonders die USA handeln immer neue Freihandelspakte mit einzelnen Staaten aus – auf nahezu allen Kontinenten. Offiziell sollen die Abkommen die „Exportmöglichkeiten der US-Industrie, Farmer und Rancher verbessern“. Doch die bilateralen Verabredungen dienen auch als Druckmittel, besonders in der WTO. „Falls andere Mitglieder der Welthandelsorganisation Unbotmäßigkeit zeigen, können die USA mit einer Koalition der Willigen den Handel allein liberalisieren“, sagt Daniel Griswold vom Washingtoner Cato Institut. Die Vereinbarungen entwickeln sich so zu einer echten Alternative zur multilateralen WTO.

Seit mehr als drei Jahren mühen sich die 148 Staaten der Welthandelsorganisation an der komplexen Welthandelsrunde ab – ein Ende ist nicht in Sicht. Verhandeln jedoch nur zwei Partner, ist der Abbau der Einfuhrbarrieren oft im Eiltempo zu haben. Ein weiterer Anreiz: Potente Wirtschaftsmächte wie die USA drücken bilateral ihre Bedingungen einfacher durch als in der schwerfälligen WTO.

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