USA stationieren Truppen vor der Küste Liberias
Diplomatisches Viertel von Monrovia unter Beschuss

Bei erneuten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in der liberianischen Hauptstadt Monrovia sind nach Medienberichten am Freitag mindestens 12 Menschen ums Leben gekommen. Das Diplomatenviertel sei unter heftigen Beschuss geraten.

dpa MONROVIA/GENF. Seit Tagesanbruch seien mindestens 15 Mörsergranaten auf das Viertel Mamba Point abgeschossen worden. Weitere 10 Granaten seien in der Innenstadt eingeschlagen. Nach Angaben des britischen Senders BBC wurden acht Menschen getötet, als Mörsergranaten auf eine Schule fielen, in der Zivilisten Zuflucht gesucht hatten.

Verteidigungsminister Daniel Chea sagte, Regierungssoldaten hätten die Rebellen der Bewegung „Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie“ (LURD) von zwei strategisch wichtigen Brücken am Stadtrand zurückgedrängt. Die Brücken waren in den vergangenen Tagen stark umkämpft. In der zum Teil verwüsteten liberianischen Hauptstadt werden Lebensmittel und sauberes Wasser nach Angaben von Hilfsorganisationen langsam knapp.

In den seit einer Woche andauernden Kämpfen zwischen Anhängern von Präsident Charles Taylor und den LURD-Rebellen sind bisher mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen. Es ist bereits die dritte erbitterte Schlacht um die Herrschaft in dem westafrikanischen Land in weniger als zwei Monaten. Waffenruhe-Vereinbarungen wurden mehrfach gebrochen.

Großer Teil der Bevölkerung ist obdachlos

Kommende Woche will die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS rund 1400 nigerianische Friedenstruppen nach Liberia entsenden. Die USA haben logistische und finanzielle Unterstützung zugesagt. Washington will eigene Truppen aber nur dann in Liberia stationieren, wenn Taylor ins Exil geht.

Wegen des anhaltenden Bürgerkrieges in Liberia sollte aus Sicht des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern vorübergehend ausgesetzt werden. Der Konflikt habe große Teile der Bevölkerung obdachlos gemacht und zu einem vollständigen Zusammenbruch von Recht und Ordnung geführt, sagte UNHCR-Sprecher Rod Redmond am Freitag in Genf. Außerdem häuften sich Berichte über massive Menschenrechtsverletzungen wie Tötungen, Folter, Misshandlungen sowie sexueller Missbrauch.

Die US-Regierung bereitet nun konkret die Entsendung von Truppen nach Liberia vor. Wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte, hat US-Präsident George W. Bush das Verteidigungsministerium angewiesen, Soldaten vor der Küste des westafrikanischen Staates zu stationieren.

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