USA und Ägypten
Kerry sagt Kairo Militärhilfe zu

US-Außenminister Kerry will in Kairo die Wogen glätten. Nach Spannungen zwischen Ägypten und den USA wegen der Menschenrechtslage im Land will er nun die Machthaber ködern – mit einem gefährlichen US-Exportschlager.
  • 0

KairoTrotz Bedenken wegen der Menschenrechtslage in Ägypten hat US-Außenminister John Kerry dem Land eine verstärkte militärische Unterstützung zugesagt. Die USA und Ägypten bewegten sich „wieder hin zu einer stärkeren Beziehung“, sagte Kerry am Sonntag bei einem Besuch in Kairo. Unterdessen wurde der Urteilsspruch im wieder aufgerollten Prozess gegen drei Al-Dschasira-Journalisten in der ägyptischen Hauptstadt erneut verschoben.

Zwar gebe es „hier und da kleine Spannungen hinsichtlich bestimmter Punkte“, sagte Kerry bei einer Pressekonferenz mit seinem ägyptischen Kollegen Sameh Schukri. Die USA etwa seien besorgt angesichts der Menschenrechtslage in Ägypten. Dennoch hätten beide Länder ihre Militärkooperation wieder verstärkt.

In der vergangenen Woche hatten die USA acht F-16-Kampfjets an Ägypten geliefert. Dies und anderes Gerät sei „essenziell im Kampf gegen den Terrorismus“, sagte Kerry. Die USA wollten Ägypten wirtschaftlich und politisch unterstützen, sagte Kerry. Zugleich verteidigte er das Atomabkommen mit dem Iran.

Es stehe „absolut außer Frage“, dass die Einigung im Atomstreit nicht nur Ägypten, sondern alle Länder der Region sicherer mache, sagte Kerry. Falls der Iran destabilisierend wirke, sei es „weitaus besser, einen Iran zu haben, der keine Atombombe hat“. Neben Ägypten verdächtigen auch andere Länder der Region den Iran, diese destabilisieren zu wollen.

Unterdessen wurde das am Sonntag in Kairo erwartete Urteil gegen drei Journalisten des katarischen Fernsehsenders Al-Dschasira erneut verschoben. Grund hierfür sei, dass inhaftierte Mitangeklagte „aus Sicherheitsgründen“ nicht von ihren Zellen zum Gerichtssaal hätten gebracht werden können, sagte ein Richter bei der Anhörung.

Bereits am Donnerstag war das mit Spannung erwartete Urteil verschoben worden, weil der eigentlich zuständige Richter offenbar erkrankte. Ein Verteidiger sagte am Sonntag, es gebe keinen politischen Grund für die erneute Verschiebung. Der vorsitzende Richter sei krank, und aus rechtlichen Gründen könne das Urteil nicht von einem anderen Richter gesprochen werden. Ein neuer Termin für den Urteilsspruch wurde nun für den 29. August angesetzt.

Seite 1:

Kerry sagt Kairo Militärhilfe zu

Seite 2:

Journalisten-Prozess weiter verschoben

Kommentare zu " USA und Ägypten: Kerry sagt Kairo Militärhilfe zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%