USA und EU einigen sich
Streit um Navigationssystem Galilieo beigelegt

Dem für 2008 geplanten Start des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo steht nichts mehr im Wege. Die Europäische Union (EU) einigte sich nach jahrelangen Verhandlungen endgültig mit den USA, die mit GPS bereits ein konkurrierendes System im Betrieb haben.

HB WASHINGTON. Beide Seiten hätten sich auf die technischen Standards für das von den Europäern geplante, mehrere Mrd. Dollar teure Navigationssystem Galileo geeinigt, sagten Verhandlungsteilnehmer der USA und der EU am Montag in Washington. Diese trügen durch eine Änderung der Sendefrequenz für das Signal auch der Forderung der USA Rechnung, dass die militärischen Sicherheitserfordernisse gewahrt bleiben.

„Wir haben eine Möglichkeit für künftige Flexibilität und für eine Feinabstimmung des Signals im Zuge des fortschreitenden Aufbaus erhalten, sagte ein europäischer Verhandlungsteilnehmer. „Der Nachweis für den Pudding wird im Essen bestehen, und während wir essen, werden wir in der Lage sein, hoffentlich die Zutaten, die wir brauchen, hinzuzufügen, dass er hoffentlich etwas besser schmeckt“, fügte er hinzu.

Das endgültige Abkommen, das in Grundzügen bereits im Februar erzielt worden war, wurde am Wochenende durch juristische Dokumente ergänzt und soll in einer Zeremonie am Samstag bei einem Treffen von Vertretern der USA und der EU besiegelt werden. Beide Seiten hoffen auf ein nahtloses Zusammenwirken beider Systeme zum Nutzen von Industrie, Dienstleistern und Verbrauchern, die GPS immer stärker nutzten, hieß es.

Die EU verspricht sich von ihrem Galileo-Projekt einen Innovationsschub, durch den rund 100 000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Galileo soll spätestens 2009 in Betrieb gehen. Es soll genauer, zuverlässiger und besser verfügbar sein als das aktuelle Navigationssystem GPS, das von den USA zunächst für rein militärische Zwecke entwickelt worden war. Mittlerweile dient GPS der Luft- und Seefahrt bis hin zu privaten Autofahrern als Orientierungshilfe. Die EU-Kommission erwartet, dass über das europäische Netz aus 30 Navigationssatelliten Dienstleistungen im Wert von mehreren Mrd. € abgewickelt werden. Die Kosten in der Aufbauphase von Galileo wurden von der EU mit 2,2 Mrd. € beziffert.

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