USA und G8
Neue Nordkorea-Politik umstritten

Bei den US-Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama stoßen die angekündigte Aufhebung der Sanktionen gegen Nordkorea auf Skepsis. Die G8-Außenminister fordern eine genaue Prüfung der Atomliste.

HB WASHINGTON. Konservative Republikaner zeigten sich enttäuscht und bezeichneten die Entscheidung von US-Präsident George W. Bush als beschämend. „Das ist der endgültige Kollaps von Bushs Außenpolitik“, sagte John Bolton, der frühere US-Botschafter der Regierung Bush bei den Vereinten Nationen. Das Regime in Nordkorea gewinne dadurch „politische und wirtschaftliche Legitimität“.

Senator McCain zeigte sich zunächst misstrauisch und mahnte zur Vorsicht. Er sei gespannt darauf, alle Einzelheiten der neuen Sachlage zu erfahren, sagte der Republikaner am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt im US-Staat Ohio.

Obama schloss sich seinem Senatskollegen an: „Mit den Worten von Ronald Reagan: Wir müssen vertrauen, aber nachprüfen.“ Die Gefahr durch die Verbreitung von Nuklearwaffen sei zu lange vernachlässigt worden, kritisierte der Demokrat.

Die Aufhebung der Sanktionen und die in Aussicht gestellte Streichung von der Liste der Terrorstaaten ist ein bedeutender Kurswechsel der US-Politik. Bush hatte Nordkorea noch vor wenigen Jahren als Teil der „Achse des Bösen“ bezeichnet.

Nordkorea übergab eine lang erwartete Auflistung seines Nuklearprogramms am Donnerstag an China und erfüllte damit eine zentrale Forderung aus den internationalen Sechs-Parteien-Gesprächen.

Einige Punkte waren in der Erklärung jedoch nicht enthalten, darunter Aussagen zum vermuteten nordkoreanischen Atomwaffenprogramm. Es wird angenommen, dass Pjöngjang noch ausreichend radioaktives Material auf Lager hat, um sechs bis zehn Bomben herzustellen.

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