USA und Kuba: Die Beziehung wird nur langsam besser

USA und Kuba
Die Beziehung wird nur langsam besser

Die Annährung zwischen den USA und Kuba kommt nur schleppend voran. Bei den Verhandlungen kam man sich zwar näher, doch es kamen auch tiefgreifende Meinungsunterschiede auf – und zwar bei den Menschenrechten.
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HavannaBei ihren ersten Verhandlungen sind Kuba und die USA ihrem Ziel der Normalisierung ihrer Beziehungen näher gekommen. Allerdings zeigten beide Staaten erneut tiefgreifende Meinungsunterschiede im Rahmen ihrer zweitägigen Beratungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Auf dem Programm stand am Donnerstag ein Fahrplan für den geplanten Neustart nach mehr als 50 Jahren diplomatischer Eiszeit. Neben gegenseitiger Anerkennung gab es aber auch kritische Worte - und zwar bei Menschenrechtsfragen.

Vom Druck könne keine Rede sein, sagte die kubanische Chefunterhändlerin Josefina Vidal vor Journalisten. Zuvor hatte die US-Delegationsleiterin Roberta Jacobson betont, dass die Lage der Menschenrechte auf Kuba den USA große Sorgen bereite.

„Wir übten Druck auf die kubanische Regierung aus, um die Lage der Menschenrechte zu verbessern“, schrieb Jacobson in einer Mitteilung. Sie verwies auf die fehlende Rede- und Versammlungsfreiheit in dem sozialistischen Karibikstaat. Die kubanische Seite kritisierte im Gegenzug unter anderem die Zustände in dem US-Gefangenenlager von Guantánamo.

Beide Seiten bezeichneten die Gespräche trotzdem als konstruktiv und respektvoll. Ein genauer Termin für die geplante Eröffnung von regulären Botschaften in Washington und Havanna wurde allerdings noch nicht genannt.

„Ich kann Ihnen noch nicht genau sagen, wann das passiert“, sagte Jacobson. Beide Seiten müssten sich wieder treffen, ergänzte die kubanische Top-Diplomatin Vidal. „In den nächsten Wochen werden wir Vorschläge über ein Datum austauschen“, fügte sie hinzu. Spekuliert wurde über eine neue Gesprächsrunde in Washington.

Der aktuelle diplomatische Dialog hatte am Mittwoch zunächst mit Migrationsthemen begonnen. Kuba und die USA hatten Mitte Dezember eine historische Wende in ihren schwer belasteten Beziehungen angekündigt. Diese sollen nach mehr als einem halben Jahrhundert bald normalisiert werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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