USA und Nordkorea-Krise
Zwischen Beleidigungen und Militärübungen

Nordkorea attackiert Donald Trump während seiner Asienreise verbal. Der US-Präsident antwortet seinerseits mit Beleidigungen. Unterdessen planen die USA ein Militärmanöver mit Südkorea.
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Seoul, HanoiVor dem Hintergrund des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm haben US-Präsident Donald Trump und die Führung Nordkoreas gegenseitig bissige Bemerkungen ausgeteilt. Trump stellte am Sonntag während eines Besuchs in Hanoi auf Twitter die spöttische Frage, warum es Machthaber Kim Jong Un für nötig halte, ihn als „alt“ zu beleidigen. Er würde ihn „NIEMALS als „klein und fett“ bezeichnen“, schrieb Trump. In einer Reaktion auf Trumps derzeitige Asienreise hatte Nordkorea am Vortag die Rede Trumps vor dem Parlament in Südkorea und seine Warnungen als „rücksichtslose Äußerungen eines verkalkten Alten“ bezeichnet.

Die Streitkräfte der USA und Südkoreas begannen unterdessen am Samstag östlich der koreanischen Halbinsel ein gemeinsames Seemanöver, an dem sich auch drei amerikanische Flugzeugträger beteiligen. Nach Angaben Seouls soll die viertägige Übung die „erweiterte Abschreckung“ gegen Nordkoreas Bedrohungen stärken.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Trump und Nordkoreas Machthaber hatten sich mit Beschimpfungen und harschen Drohungen überzogen. Das nährte große Sorgen vor einem Krieg.

In ironischem Ton bemerkte Trump jetzt auf Twitter: „Ich bemühe mich so stark, sein (Kims) Freund zu sein, und vielleicht wird es eines Tages dazu kommen!“ Bei einer Pressekonferenz mit Vietnams Präsident Tran Quai Dang in Hanoi sagte er später, er wolle Fortschritt und keine Provokationen. „Wir sind provoziert worden, die Welt ist provoziert worden - wir wollen das nicht.“

Das nordkoreanische Außenministeriums hatte Trump zuvor als „Kriegshetzer“ bezeichnet, der förmlich „um einem Atomkrieg auf der koreanischen Halbinsel“ gebettelt habe. Nordkorea werde seine Pläne zum Aufbau einer Atomstreitmacht beschleunigen, hieß es in staatlichen Medien.

Trotz der Beschuldigungen fiel die Reaktion des diplomatisch isolierten Landes nach Ansicht von Beobachtern eher moderat aus. Trump hatte am Mittwoch in Seoul die Regierung Pjöngjangs gewarnt, die USA und die internationale Gemeinschaft nicht herauszufordern. Er heizte den Konflikt aber nicht weiter an.

Die Kampfgruppen der Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“, der „USS Nimitz“ sowie der „USS Theodore Roosevelt“ fuhren unterdessen am Sonntag in Formation in das sogenannte militärische Einsatzgebiet Südkoreas im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer), wie südkoreanische Medien unter Berufung auf die Marine berichteten.

Die US-Marine hatte zuvor angekündigt, dass die Flugzeugträger vom 11. bis zum 14. November in „internationalen Gewässern“ des westlichen Pazifiks ein Manöver zur gemeinsamen Koordination durchführen würden. Nach Angaben Südkoreas nehmen sieben südkoreanische Marineschiffe einschließlich Zerstörern und Begleitschiffen daran teil.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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