USA und Pakistan sprechen über Terrorismusbekämpfung
Musharraf warnt vor Militärschlägen

Pakistan hat die USA vor einem Militärschlag gegen El-Kaida-Kämpfer auf seinem Gebiet gewarnt. Solche Vorschläge würden die tragende Rolle verkennen, die Pakistan im Krieg gegen den Terrorismus spiele, sagte der pakistanische Präsident Pervez Musharraf am Mittwoch bei einem Gespräch mit dem Staatssekretär im US-Außenministerium Richard Boucher in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi.

HB ISLAMABAD. Der pakistanische Präsident kritisierte auch eine Koppelung amerikanischer Militärhilfe mit Erfolgen bei der Terrorismusabwehr. US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama von dem Demokraten hatte Anfang des Monats gesagt, im Falle seiner Wahl würde er Truppen gegen El Kaida auf pakistanischem Boden einsetzen. Pakistanische Politiker haben einen solchen möglichen Alleingang Washingtons wiederholt zurückgewiesen.

In der Vergangenheit hat es mehrere Angriffe auf mutmaßliche El- Kaida-Ziele in Pakistan gegeben, bei denen vermutet worden war, dass die USA sie führten. Die US-Regierung hat das aber nie offiziell bestätigt. Das Pentagon geht davon aus, dass Osama bin Ladens Terrornetz sich in Pakistan im halbautonomen Stammesgebiet Nord- Wasiristan an der Grenze zu Afghanistan neu gruppiert hat. Die pakistanische Regierung weist das stets zurück.

Boucher kam am Mittwoch zunächst in Islamabad mit Außenminister Khurshid Kasuri zusammen. Bei dem Treffen ging es um Bemühungen gegen das Vordringen von Taliban-Rebellen und El-Kaida-Anhängern. Kasuri betonte die Notwendigkeit einer langfristigen strategischen Zusammenarbeit mit den USA auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens.

Die USA haben Pakistan wiederholt gedrängt, das durchlässige pakistanisch-afghanische Grenzgebiet stärker zu kontrollieren. In dem fraglichen Raum sind etwa 90 000 pakistanische Sicherheitskräfte stationiert, die jedoch die Infiltration kaum wirkungsvoll unterbinden.

Bei Zusammenstößen mit Aufständischen gab es am Mittwoch in der pakistanischen Provinz Belutschistan fünf Tote. In offiziellen Berichten hieß es, darunter seien zwei Angehörige paramilitärischer Einheiten. Bei den Auseinandersetzungen geht es um eine Autonomie Belutschistans und die Teilhabe an den reichen Öl- und Gasvorkommen der Provinz.

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