Trump und Russland: Hatten seine Mitarbeiter Kontakt zu Spionen?

USA und Russland
Hatten Trump-Mitarbeiter Kontakt zu Spionen?

Neue Enthüllungen über die Verbindung zwischen Donald Trump und dem Kreml: Laut US-Geheimdiensten hatten Mitarbeiter des US-Präsidenten während des Wahlkampfs offenbar Kontakt zu russischen Agenten.
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Washington, San FranciscoMitarbeiter von Donald Trump hatten während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs Kontakt zu russischen Spionen. Das berichtet die „New York Times“ und verschärft damit die Krise der neuen US-Regierung. Die Zeitung beruft sich auf mehrere Geheimdienstquellen in den USA. Die Verbindungen zwischen Trump und Moskau sind seit Monaten Gegenstand von Spekulationen. Konkrete Belege gab es bisher jedoch nicht.

Die Enthüllungen der „New York Times“ werden den Forderungen nach einer überparteilichen Untersuchungskommission zur Aufarbeitung der Spionage-Affäre neuen Auftrieb geben. Bisher schrecken die Republikaner davor zurück, ihre parlamentarische Kontrollfunktion auszuüben – aus Angst, den Zorn des Präsidenten auf sich zu ziehen und die Reformagenda der Regierung zu gefährden.

Diese Haltung ist immer schwerer zu rechtfertigen, zu gravierend ist der Verdacht, dass es Absprachen zwischen Trumps Team und Moskau gegeben haben könnte. Ein Hauch von Watergate hat sich über Washington gelegt.

Die Geheimdienste hätten auch versucht herauszubekommen, ob die Trump-Organisation in irgendeiner Weise mit den Russen zusammengearbeitet habe, um die Wahl zu beeinflussen, heißt es. Die Quellen berichteten laut Times, bislang hätten sie keine Beweise gesehen, die eine solche Kooperation belegen würden.

Eine der Kontaktpersonen aus dem Trump-Team sei Paul Manafort gewesen, der mitten im Wahlkampf plötzlich aus dem Team entfernt wurde. Er hatte als Berater in Russland und der Ukraine gearbeitet. Manafort erklärte gegenüber der Zeitung die Vorwürfe seinen „absurd“. Er habe „niemals bewusst mit russischen Geheimdienstmitarbeitern gesprochen.“

Das FBI ermittelt, es gibt noch viele offene Fragen. Auch über die Inhalte der Gespräche mit den russischen Agenten ist nichts bekannt. Es ist zumindest denkbar, dass die Trump-Mitarbeiter ohne es zu wissen mit Agenten kommunizierten. Bekannt ist bislang, dass es die US-Geheimdienste als erwiesen ansehen, dass russische Cyberagenten das Netzwerk der demokratischen Partei und das private E-Mail-Programm des demokratischen Wahlkampfstrategen John Podesta gehackt und die erbeuteten Informationen über Mittelsmänner an Wikileaks weitergereicht haben.

Die Veröffentlichung der Enthüllungsplattform beschädigten Trumps Rivalin im Präsidentschaftswahlkampf, Hillary Clinton, und trugen zum überraschenden Wahlsieg des Republikaners bei. Die Frage ist, ob Trumps Wahlkampfteam ahnungslose Profiteure oder Mitverschwörer waren. Das Weiße Haus weißt letzteres entschieden zurück. Doch die Glaubwürdigkeit der Regierung hat in den ersten vier Wochen der Trump-Ära arg gelitten.

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Glaubwürdigkeit der Trump-Regierung hat arg gelitten

Kommentare zu " USA und Russland: Hatten Trump-Mitarbeiter Kontakt zu Spionen?"

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  • "Am nächsten Krieg wird z.Zt. mächtig gearbeitet !!"

    Ja, Herr Berger, eigentlich hofften wir auf Entspannung, aber wenn die Geheimdienste und sonstige subversive Kräfte die Arbeit unterminieren, wird es schwierig.
    Die Maidan-Aufhetzer sterben leider nicht aus.

  • Meine Güte, wie lange dauert es eigentlich noch, bis der Mann endlich aus dem Amt geworfen wird? So langsam reichts wirklich. Nach dem G20 Treffen sollte spätestens Schluß sein.

  • @Helmut Metz
    Der Rücktritt von Flynn ist nur vordergründig ein Rückschlag für Trump aber im Hintergrund werden die Kontakte und Beziehung weiter aufrecht gehalten. Trump und sein Team müssen sich in Zukunft besser abschirmen und vorsichtiger sich verhalten. Trump ist eher über die Unvorsichtigkeit/Nachlässigkeit von Flynn enttäuscht.

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