USA und Russland zufrieden
Syrer vernichten erste Chemiewaffen-Sprengköpfe

Syrien hat unter den Augen internationaler Experten mit der Vernichtung seiner Chemiewaffen begonnen. Doch der Konflikt im Land geht weiter. Machthaber Assad bringt Deutschland als Vermittler ins Spiel – und blitzt ab.
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New York/DamaskusUnter der Aufsicht internationaler Experten hat Syrien mit der Zerstörung seines Giftgas-Arsenals begonnen. In einer gemeinsamen Erklärung der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) und der Vereinten Nationen hieß es, dass syrisches Personal unter den Augen von OPCW- und Uno-Mitarbeitern „mit Schneidbrennern und Winkelschleifern an der Vernichtung oder Deaktivierung von etlichen Gegenständen“ arbeitete. Dazu zählten Sprengköpfe, Fliegerbomben sowie Geräte zum Mischen und Einfüllen von Giftgasen. Die Nachrichtenagentur dpa hatte zuvor aus Uno-Kreisen erfahren, dass auch ein Forschungslabor unschädlich gemacht werde.

Am Montag sind die Außenminister der USA und Russlands zu einem Gespräch über die Lage in Syrien und den Beziehungen zum Iran zusammengekommen. John Kerry und Sergej Lawrow trafen sich am Rande einer Veranstaltung der Vereinigung Asiatisch-pazifische Zusammenarbeit (Apec) in Bali. Die beiden Länder seien mit der angelaufenen Zerstörung der syrischen Chemiewaffen „sehr zufrieden“, sagte Kerry. Die Regierung des syrischen Präsident Baschar al-Assad verdiene Anerkennung für ihre bisherige Kooperation mit der Uno-Sicherheitsresolution. Assad müsse sich weiter daran halten, die US-Drohungen gegen ihn seien damit noch nicht aus der Welt.

Nach Angaben der OPCW und der Uno sollen die Arbeiten in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Beide Organisationen betonten, dass Syrien selbst die Vernichtung seiner Waffen durchführt. Aufgabe der Inspekteure sei es, „zu überwachen, zu verifizieren und Bericht zu erstatten über Syriens Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft, die die Zerstörung syrischer Chemiewaffenbestände und Produktionsanlagen verlangt“.

Die Chemiewaffenexperten – unter ihnen Ingenieure und Chemiker – halten sich seit einer Woche in dem Bürgerkriegsland auf. Bislang hatten sie Vorbereitungstreffen mit Vertretern des syrischen Regimes geführt und zahlreiche Dokumente gesichtet. An wie vielen Einrichtungen genau gearbeitet wird, blieb zunächst offen. Nach Schätzungen verfügt das syrische Regime über rund 1000 Tonnen Chemiewaffen. Mitte 2014 soll das Land nach einem Beschluss des Uno-Sicherheitsrates chemiewaffenfrei sein.

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