USA unterbrechen Bau von Leichtwasser-Reaktoren
Nordkorea kritisiert Stopp von Reaktorbau

Die nordkoreanische Regierung hat die Entscheidung eines US-geführten Unternehmens, den Bau von zwei Reaktoren auszusetzen, scharf kritisiert. Dies sei eine Maßnahme offenen Misstrauens, hieß es einem Bericht zufolge.

HB BERLIN. Nordkorea will den vorläufigen Stopp eines Atomreaktorprojektes nicht hinnehmen und hat von den USA Entschädigungszahlungen verlangt. Das berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Neues China unter Berufung auf einen Bericht der nordkoreanischen Zeitung «Rodong Sinmun». Darin wird die Entscheidung des US-geführten Koreanischen Energie-Entwicklungsorganisation (Kedo), den Bau von zwei Leichtwasserreaktoren auszusetzen, scharf kritisiert.

Von einer «Maßnahme offenen Misstrauens» gegen Nordkorea ist die Rede. Zudem sei die Entscheidung, wie es in dem Bericht weiter heißt, ein «brutaler Schlag» gegen die Vereinbarungen zwischen Washington und Pjöngjang. Kedo hatte am 21. November bekannt gegeben, den Reaktorbau ab dem 1. Dezember für ein Jahr auszusetzen. Zur Begründung hieß es, Nordkorea habe seine Verpflichtungen für die Fortsetzung des Projekts nicht erfüllt.

Pjöngjang hatte seinerseits Anfang November mit der Beschlagnahme der Kedo-Guthaben gedroht, sollte das Programm entschädigungslos ausgesetzt werden. In diesem Falle werde Pjöngang der Organisation auch die Ausfuhr von Material, Ausrüstung und technischen Dokumenten verbieten, hieß es. An der Kedo sind Unternehmen aus den USA, Japan, der EU und Südkorea beteiligt.

Faktisch ist das Programm bereits seit Ende 2002 ausgesetzt. Damals nahm die Atomkrise ihren Anfang, als die USA Nordkorea vorwarfen, entgegen einer 1994 getroffenen Vereinbarung mit Washington ein geheimes Atomprogramm zu betreiben. Das Abkommen zur Frage der Atomenergie und Energieversorgung sah die Stillegung von Atomanlagen vor, die auf Graphitbasis arbeiten. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung und Installation von Leichtwasserreaktoren in Nordkorea im Wert von umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. Diese sind allerdings bis heute nicht gebaut.

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