USA verärgert über Verweigerungshaltung
Deutschland will keine Nato-Offiziere in den Irak entsenden

Deutschland und fünf weitere Nato-Staaten sind nicht bereit, Offiziere im Rahmen einer Nato-Ausbildungsmission in den Irak zu entsenden. Die USA reagierten verärgert.

HB BERLIN. Die USA sind offenbar verärgert darüber, dass Deutschland und fünf andere Länder keine Militärausbilder in den Irak entsenden wollen. Aus US-Regierungskreisen hieß es, die Staaten weigerten sich, Offiziere mit integrierten Nato-Einheiten zur Verfügung zu stellen. Das komme einer Befehlsverweigerung gleich, weil Nato-Offiziere unter Nato-Kommando die Befehle ihrer Kommandeure befolgen müssten, was aber offensichtlich unterlaufen werde.

Den Angaben zufolge lehnen es Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien, Luxemburg und Griechenland ab, Militärberater am Trainingsprogramm für irakische Streitkräfte teilnehmen zu lassen. Dies werde in Washington als beispielloser Vorgang gesehen, hieß es demnach aus den Regierungskreisen.

Die Nato hatte am Mittwoch in Brüssel beschlossen, dass etwa 300 Fachkräfte der Allianz zur Militärausbildung im Irak eingesetzt werden. Die Ausbilder sollen wiederum von mehr als tausend Nato-Soldaten geschützt werden. Zwar hatten die sechs Länder den Nato-Beschluss mitgetragen, doch zugleich deutlich gemacht, dass sie dafür keine Soldaten bereit stellen würden.

In Washington stößt das Verhalten auf völliges Unverständnis. Niemand habe erwartet, dass die Länder Soldaten aus ihren nationalen Armeeverbänden zur Verfügung stellen würden. Es sei aber überraschend, dass auch Offiziere ausgenommen würden, die unter Nato-Führung im belgischen Mons und in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia stationiert sind.

Laut Angaben ais US-Regierungskreisen beteiligen sich indes alle 26 Nato-Mitglieder an der Finanzierung des Projekts. Die USA erwägen demnach, die Zahl ihrer Soldaten im Irak für die Wahl im Januar aufzustocken.

Der stellvertretende Leiter des US-Zentralkommandos, Generalleutnant Lance Smith, schätzte den zusätzlichen Bedarf auf etwa 5000 Soldaten, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen; sie hänge auch davon ab, ob die Unruhen nach der Offensive auf Falludscha nachließen oder nicht.

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