USA verlieren einen weiteren Verbündeten
Philippinen beginnen mit Rückzug aus dem Irak

Die philippinische Regierung will am heutigen Freitag mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak beginnen. Elf Soldaten sollten im Lauf des Tages das Land verlassen, der Rest des insgesamt 51 Soldaten und Polizisten umfassenden Kontingents werde in Kürze folgen, sagte Außenministerin Delia Albert.

HB MANILA. „Die philippinische Regierung hat den Chef des philippinischen Kontingents der Aufbauhelfer im Irak zurückgerufen. Er verlässt den Irak heute zusammen mit zehn Mitgliedern des Kontingents“, erklärte die Außenministerin des Landes, Delia Albert, im Fernsehen. Die verbleibenden Aufbauhelfer würden den Irak ebenfalls bald verlassen.

Die Philippinen hatten den Abzug bereits angekündigt, aber keinen Termin genannt. Das Land reagiert damit auf die Forderung einer militanten Gruppe, die mit der Enthauptung einer philippinischen Geisel gedroht hat, sollten die Kräfte den Irak nicht bis zum 20. Juli verlassen. Ursprünglich sollten die Aufbauhelfer den Irak erst am 20. August verlassen. Die USA hatten den Abzug als falsches Signal an die Extremisten und Rebellen im Golfstaat kritisiert.

In einem am Donnerstag von Al-Dschasira verbreiteten Video kündigte der Philippiner an, er werde nach Hause zurückkehren. In einer ebenfalls von Al-Dschasira ausgestrahlten Botschaft der Entführer hieß es, die Geisel werde erst freigelassen, wenn die philippinischen Sicherheitskräfte den Irak bis Ende des Monats verlassen hätten.

Entführer einer ägyptischen Geisel verlängerten am Donnerstagabend ihr Ultimatum. Sie kündigten an, den Mann zu enthaupten, sollte dessen saudi-arabischer Arbeitgeber sich nicht binnen 48 Stunden aus dem Irak zurückziehen. Am Dienstag hatten sie hierfür zunächst ein Ultimatum von 72 Stunden gestellt.

Die USA erneuerten unterdessen ihre Kritik an dem Verbündeten. Manila sende den Terroristen das „falsche Signal“. Mit Terroristen dürfe es keine Verhandlungen und keinen Separatfrieden geben, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan.

US-Außenminister Colin Powell verteidigte derweil den Irak-Krieg. Die Anwendung von Gewalt bleibe eine Option im Kampf gegen den Terrorismus in Irak und anderswo, sagte er am Donnerstag in einer Rede vor dem United States Institute of Peace. Zugleich räumte er ein, dass die US-Regierung sich möglicherweise geirrt habe, als sie den Krieg im vergangenen Jahr mit dem Vorhandensein von chemischen und biologischen Waffen im Irak gerechtfertigt habe.

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