USA verstärken Kampf gegen El Kaida
Blutiger Bombenanschlag in Bagdad

Bei einem verheerenden Selbstmordanschlag sind am Dienstag nahe einer schiitischen Moschee in Bagdad zahlreiche Menschen getötet worden. Zuvor hatten rund 10 000 amerikanische und irakische Soldaten noch im Schutze der Dunkelheit mit der Operation „Arrowhead“ eine Großoffensive gegen El Kaida eingeleitet.

HB BAGDAD. Ziel des neuen schweren Bombenanschlags, bei dem am Dienstag mindestens 75 Menschen getötet wurden, waren Besucher einer schiitischen Moschee in Bagdad. Die Außenwand der Chillani-Moschee im Stadtteil Sinak wurde zerstört. Unter den Toten sowie den mehr als 200 Verletzten sind mehrere Teilnehmer einer zum Zeitpunkt des Anschlags gerade beendeten Gebetsversammlung, wie der Imam Scheik Saleh al Haidari mitteilte.

Die Bombe explodierte nach Polizeiangaben in einem Lastwagen auf dem nahe der Moschee gelegenen Parkplatz. „Mein Büro und der Raum darüber sind eingestürzt“, sagte der Imam. „Aus den Trümmern werden Leichen geborgen.“ Die türkisfarbene Kuppel der Moschee blieb intakt.

Der Anschlag ereignete sich zwei Tage nach dem Ende eines Ausgehverbots, das in der vergangenen Woche im Anschluss an den Anschlag auf die schiitische Moschee von Samarra verhängt wurde. Kurz nach der Explosion flammten Schießereien auf.

US-Streitkräfte starten Offensive

Während die Hauptstadt erneut von einem blutigen Anschlag erschüttert wurde, starteten die US-Streitkräfte eine Offensive in der weiteren Umgebung von Bagdad. Im Schutz der Dunkelheit, begleitet von Kampfhubschraubern und Kampfpanzern, rückten Truppen in die Stadt Bakuba ein, nordöstlich von Bagdad. Dabei seien mindestens 22 Aufständische getötet worden, teilten die US-Streitkräfte mit.

Der Vorstoß unter der Militärbezeichnung „Operation Arrowhead Ripper“ ist Teil einer umfassenderen Strategie mit dem Ziel, im Norden wie im Süden von Bagdad die Stützpunkte von sunnitischen Extremisten, Al-Kaida-Kämpfern und schiitischen Milizen aufzulösen. Dabei soll es sich nach Darstellung der Streitkräfte um Rückzugsstellungen von Aufständischen handeln, die dem Druck der im Februar eingeleiteten Offensive in Bagdad gewichen sind.

Bakuba ist die Hauptstadt der Provinz Dijala, in deren Orangen- und Palmenhainen sich die sunnitischen Aufständischen festgesetzt haben. Das Terrornetzwerk Al Kaida hat in Bakuba nach irakischen Angaben ein islamistisches Regime errichtet und auf dem Hauptplatz öffentliche Hinrichtungen vorgenommen. Bei der Offensive wurden nach Angaben eines irakischen Generalmajors auch Folterinstrumente wie Handschellen, Schwerter und Elektrokabel gefunden.

Im Süden des Iraks gingen unterdessen britische und irakische Einheiten gegen die schiitische Mahdi-Miliz vor. Bei Hausdurchsuchungen und Straßenkämpfen in der Stadt Amarah, einer Hochburg der Mahdi-Miliz, wurden nach irakischen Angaben 36 Menschen getötet. Am Dienstag kam es auch zu Gefechten in Nassirijah, 320 Kilometer südöstlich von Bagdad.

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