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USA vorbereitet: Nordkorea setzt Raketen in Alarmbereitschaft

Die gemeinsamen Manöver von USA und Südkorea scheuchen die Machthaber in Nordkorea weiter auf. Nun droht die kommunistische Diktatur den USA mit Angriffen. Russland warnt vor einem Teufelskreis.

Nordkoreanische Truppen sind bereit amerikanische Stützpunkte im Pazifik anzugreifen. Bild der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA Quelle: dpa
Nordkoreanische Truppen sind bereit amerikanische Stützpunkte im Pazifik anzugreifen. Bild der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA Quelle: dpa

SeoulNach der Entsendung von US-Tarnkappenbombern nach Südkorea hat Nordkorea seine Raketeneinheiten in Alarmbereitschaft versetzt. Angesichts "der gegenwärtigen Lage ist die Zeit gekommen, um Rechnungen mit den US-Imperialisten zu begleichen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Staatschef Kim Jong Un. Dieser unterschrieb in der Nacht zu Freitag bei einem Treffen mit hochrangigen Militärvertretern den Befehl, die Raketen gefechtsbereit zu machen. Wie lange dieser Zustand beibehalten werden soll, gab KCNA nicht an. Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap meldete außergewöhnliche Truppen- und Fahrzeugbewegungen auf den Raketen-Stützpunkten im Norden. Nur wenige Experten gehen davon, dass Nordkorea das Risiko eingehen würde, einen Krieg zu starten.

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Militär in Nord- und Südkorea

  • Zwei militärische Regionalmächte

    An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

  • Truppenstärke

    Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

  • Kampfpanzer

    Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

  • Artilleriegeschütze

    10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

  • Boden-Boden-Raketen

    Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

  • Kampfflugzeuge

    Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

  • Kriegsschiffe

    Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

  • Taktische U-Boote

    Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

  • Kleinere Küstenwachtboote

    Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Das international nahezu vollständig isolierte und mit umfassenden Sanktionen belegte Land verfügt über sowjetische Scud-Kurzstreckenraketen, die das benachbarte Südkorea erreichen könnten, aber auch über bisher ungetestete Mittelstrecken-Geschosse. Nordkorea hat US-Stützpunkte in Hawaii und Guam als mögliche Ziele benannt. China, der einzige mächtige Verbündete Nordkoreas, rief in der angeheizten Stimmung zum Dialog auf. Zum Einsatz der beiden US-Bomber vom Typ B-2 Spirit äußerte sich Außenministeriumssprecher Hong Lei nicht.

Russland äußerte sich besorgt, die zunehmende militärische Aktivität auf der koreanischen Halbinsel könne außer Kontrolle geraten. "Die Situation bewegt sich in Richtung eines Teufelskreises", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Er rief alle Seiten zur Besonnenheit auf.

Nordkorea-Konflikt Atomwaffen als ständige Trumpfkarte

  • Nordkorea-Konflikt: Atomwaffen als ständige Trumpfkarte
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Am Donnerstag hatten die USA zwei Tarnkappenbomber bei einem gemeinsamen Manöver mit Südkorea eingesetzt. Diese flogen dafür aus den USA zur südlichen Halbinsel und zurück. Seit dem Korea-Krieg sind beide Staaten Verbündete. Sie betonen, die gemeinsamen Militärübungen dienten der Verteidigung. Den Flügen der B-2-Maschinen waren erneute Kriegsdrohungen des Nordens vorangegangen. Nordkorea hatte den USA jüngst mit einem atomaren Erstschlag und Angriffen auf Militärstützpunkte im Pazifik gedroht. Erst im Februar hatte Nordkorea trotz Warnungen auch aus China einen dritten Atomtest vorgenommen.

Korea-Konflikt Südkorea probt für den Krieg mit dem Norden

Der Konflikt in Korea verschärft sich weiter. Nordkorea hat die Telefonleitung zum Süden gekappt und spricht von der „Zeit der Entscheidungsschlacht.“ USA und Südkorea riskieren unterdessen mit ihrem Manöver einen Krieg.

Zudem erklärte die Regierung in Pjöngjang das Waffenstillstandsabkommen mit dem Süden für nichtig, das den Korea-Krieg von 1950 bis 1953 beendete. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel mahnte am Donnerstag, die Drohungen Nordkoreas ernst zu nehmen. Das US-Militär sei bereit, auf "alle Eventualitäten" auf der Halbinsel zu reagieren.

  • 01.04.2013, 13:58 UhrBerlinerSonne

    @someone, sieh mal Wiki!
    kurz: Korea hatte 52 einen Bürgerkrieg, aus dem ein "freiheitliches" Regime in SK hervorging, welches die USA kräftig unterstützte. Da sowas einen Gegenpart braucht, gab es im NK eine "Volksdemokratie", unterstützt von der SU und VR China. Der eigentliche (Stellvertreter-) Krieg beider Seiten wurde nur mit einem Waffenstillstand beendet, der eiserne Vorhang zwischen NK und SK ist heute eher ein Schußfeld. NK nimmt sein Recht auf Existenz und Selbstverteidigung war, und wäre ohne Kernwaffen und ohne "richtiges" Militär (1Mio Soldaten!) ohne die Garantiemacht CN mglw. schon lange überrollt worden. Die weitere Isolation von NK ist sicher der größte Gefahrenfaktor derzeit. Kim Jong Un ("der geliebte Nachfolger") steht mit dem Rücken zur Wand, die Kampfflugzeuge und Panzer haben keinen Sprit für 10 Tage, aber ein neues "Vietnam" wäre für die USA tödlicher, als das alte. Insofern weiß ich nicht nicht, warum Obama die B2-Bomber nach Seoul zu "Schau" geschickt hat.

  • 30.03.2013, 19:22 UhrSomeone_

    was will nordkorea von südkorea ?
    könnt ihr das bitte in einer kürzeren version verfassen ?
    danke

  • 30.03.2013, 18:16 UhrAlexanderSchalckGolodkowski

    vielleicht wurden Sie ja von einer Bache geworfen, aber Deutsch verstehen Sie noch oder ?

    so viel selbstverleugnung muß sein--nehmen Sie sich Zeit.

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