USA
Wer bestimmt die Strategie in Afghanistan?

Wenige Tage nach der Ankündigung von Präsident Barack Obama, Mitte 2011 mit dem Abzug der Truppen aus Afghanistan zu beginnen, rückt die amerikanischer Regierung nun schrittweise von diesem Versprechen ab. Kritiker registrieren einen wachsenden Einfluss der Generäle. Obama droht als Oberbefehlshaber der Truppen Schaden zu nehmen.
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WASHINGTON. Knapp eine Woche nach der Ankündigung von Präsident, Mitte 2011 mit einem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan zu beginnen, rückt die Regierung in Washington mehr und mehr von dem Versprechen ab. Indirekt räumt das Weiße Haus damit ein, bei der Kommunikation des neuen Kurses in Afghanistan schwere Fehler begangen zu haben. Die Militärs dagegen triumphieren.

Reaktionen falsch eingeschätzt

In zahlreichen Interviews wendeten sich hochrangige Mitglieder der Regierung von der ursprünglichen Aussage des Präsidenten ab. „Es gibt keine Frist“, sagte Verteidigungsminister Robert Gates in einer Talkshow bei CBS. Es gebe nur ein Datum dafür, wann man damit beginne, die Verantwortung für die Sicherheit an die Afghanen zu übertragen.

Auf NBC ergänzte der Chef des Pentagon, dass im Juli 2011 noch immer 100 000 Soldaten in Afghanistan stationiert sein würden. Abhängig von den Bedingungen vor Ort werde dann „eine Hand voll“ Truppen abgezogen. In der Tendenz ähnlich äußerten sich auch Sicherheitsberater Jim Jones, Außenministerin Hillary Clinton sowie der Kommandeur im Zentralstab, General David Petraeus.

Offenbar hatte die Regierung in Washington die Reaktionen auf die Ankündigung von Obama völlig falsch eingeschätzt. Zwar hatte der Präsident in seiner Rede vor Offiziersanwärtern der Militärakademie in West Point eine Aufstockung der Truppen um 30 000 angekündigt. Doch die gleichzeitige Nennung eines Abzugstermins hatte sowohl in den USA wie auch bei den Partnern in Afghanistan und Pakistan heftige Kritik ausgelöst.

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