USA will großzügig sein
Streit über die Auslandsschulden

Ein wichtiges Element, um dem Irak wieder auf die Beine zu helfen, ist die Ent- und Umschuldung des Landes. Darüber sind sich alle Gläubigerstaaten einig. Strittig sind aber Höhe und Zeitpunkt der finanziellen Entlastung. Die USA wollen hier wesentlich großzügiger sein als etwa Europäer und Russen – bei denen der Irak aber auch tiefer in der Kreide steht.

Weil bereits eine IWF-Analyse zur Schuldenfähigkeit des Iraks vorliegt, sind nach US-Ansicht ab dem 30. Juni die Bedingungen für eine Entschuldung durch die im Pariser Club organisierten westlichen Gläubiger-Staaten erfüllt. Denn dann gibt es eine Übergangsregierung als Verhandlungspartner.

Tatsächlich war bisher aber strittig, ob es dazu nicht einer gewählten Regierung bedarf – was die Entschuldung auf Anfang 2005 verschieben würde. Zum anderen gibt es unter den Gläubigerstaaten massive Kritik an der Qualität der IWF-Studie. Bemängelt wird etwa, dass der Fonds von 125 Mrd. Dollar irakischen Auslandsschulden ausgeht. Diese Zahl wird als zu hoch angesehen, weil darin ungeprüfte Reparationsforderungen der Golfstaaten aus dem ersten Golfkrieg enthalten seien. Zum anderen seien die verschiedenen IWF-Szenarien für die Einnahmen der irakischen Regierung zu niedrig angesetzt. So gehe man von einem Ölpreis von durchschnittlich 25 bis 29 Dollar aus. Als maximale Fördermenge würden zudem nur 5,5 Millionen Barrel Öl pro Tag genannt. Das Zahlenwerk ist damit hochpolitisch: Denn je geringer die erwarteten Einnahmen und je höher die Schulden angesetzt werden, desto größer wird der Druck für eine umfassende Entschuldung.

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