USA wollen den Ex-Diktator wie einen Kriegsgefangenen behandeln – Aufenthaltsort unbekannt
In den Cafés von Bagdad verblasst der Mythos Saddams

Zwei Tage nach der Festnahme Saddam Husseins schießen Spekulationen über dessen Aufenthaltsort ins Kraut. Nach Angaben der Nachrichtensender CNN und El Arabija haben ihn die USA nach Katar gebracht. Das US-Zentralkommando in Doha dementierte: Der ehemalige Diktator halte sich nach wie vor an einem sicheren Ort im Irak auf, der geheim gehalten werde. Nur so viel ließen die USA verlauten: Saddams Gefangennahme sei ein „großartiger Augenblick für den Irak“, sagte US-Präsident George W. Bush.

BAGDAD/DÜSSELDORF. Der am Samstag aus einem Erdloch nahe seines Geburtsortes Tikrit gezogene Saddam werde wie ein Kriegsgefangener behandelt, versicherte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Mit ihm werde nach der Genfer Konvention verfahren. Damit bleibt Saddam zumindest das amerikanische Gefangenenlager Guantánamo erspart. Stattdessen wird der frühere Präsident vermutlich im Irak vor ein Gericht gestellt werden. „Wir werden das mit den Irakern erörtern“, sagte Bush.

Der irakische Außenminister Hoschiar Sibari verlangte, dass Saddam im Irak der Prozess gemacht wird. „Wir als Iraker glauben, dass Saddam vor ein irakisches Gericht gestellt werden sollte“, sagte der Minister in einem BBC-Interview. Gestern unterstützte der britische Premierminister Tony Blair dieses Anliegen.

Auf die Frage, ob dem gestürzten Diktator die Todesstrafe drohe, sagte Bush gestern, diese Entscheidung liege bei den Irakern: „Ich habe meine eigenen Ansichten dazu“, betonte er. „Aber meine Ansichten sind in diesem Zusammenhang nicht wichtig.“ Die Todesstrafe im Irak ist derzeit von der US- Besatzungsverwaltung ausgesetzt.

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