USA wollen Hilfspakete in Höhe von 30 Millionen Dollar beisteuern
Israels Armee zieht sich aus Bethlehem zurück

Die israelische Armee hat am Mittwoch damit begonnen, auch Bethlehem zu verlassen und die Kontrolle der Stadt an palästinensische Sicherheitskräfte zu übergeben. Der Abzug sollte bis zum späten Nachmittag abgeschlossen sein.

Reuters JERUSALEM. Gepanzerte Truppentransporter und andere Militärfahrzeuge strömten aus der Stadt und setzten damit ein weiteres Stück des internationalen Nahost-Friedensplans um. Der Abzug sollte bis zum späten Nachmittag abgeschlossen sein. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon und sein palästinensischer Kollege Mahmud Abbas hatten am Vortag gemeinsam und öffentlich ihren Friedenswillen bekräftigt. US-Präsident George W. Bush begrüßte das Vorgehen der Konfliktparteien. Aus US-Regierungskreisen verlautete zudem, die USA würden im Laufe des Tages ein Hilfspaket in Höhe von 30 Millionen Dollar für die Palästinenser ankündigen.

Die Soldaten werden israelischen Angaben zufolge am Stadtrand von Bethlehem nahe einem den Juden heiligen Grab stationiert bleiben. Viele Menschen in Bethlehem betrachten den Abzug daher mit Skepsis. „Es ist ein zeremonieller Abzug, kein echter“, sagte Bürgermeister Hanna Nasser. Im Laufe des seit mehr als zweieinhalb Jahren andauernden Palästinenser-Aufstandes war die israelische Armee nach Gewalttaten immer wieder eingerückt. „Es bleibt mir nichts anderes übrig, als optimistisch zu sein“, sagte Nasser, „denn es gibt keine Alternative für die beiden Völker, als zusammenzuleben.“

Scharon und Abbas sollen sich dem palästinensischen Informationsminister Nabil Amr zufolge in der kommenden Woche wieder treffen. Beide Seiten richteten vier Ausschüsse ein, in denen die weitere Umsetzung des Friedensplanes vorbereitet werden soll. Der Abzug der israelischen Truppen gehört ebenfalls zu dem von den USA, der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (UNO) und Russland ausgearbeiteten Plan, der unter anderem bis 2005 die Gründung eines Palästinenser-Staates vorsieht.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi kündigte am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament in Straßburg an, als neuer EU-Ratspräsident werde er sich für eine internationale Nahost-Friedenskonferenz einsetzen. Die USA und Israel haben bislang wenig Interesse an einer solchen Friedenskonferenz gezeigt.

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