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Venezuela: Chavez' Rückruf des Goldes

Venezuelas Präsident Chavez profiliert sich mit neuen sozialistischen Maßnahmen: Er will Minen verstaatlichen und das Gold des Landes von ausländischen Banken zurückbeordern - angeblich aus Angst vor den Schuldenkrisen.

Zurück nach Hause: Venezuela holt sein Gold aus dem Ausland zurück. Quelle: dapd
Zurück nach Hause: Venezuela holt sein Gold aus dem Ausland zurück. Quelle: dapd

CaracasAngesichts der internationalen Wirtschaftsturbulenzen festigt Venezuela den staatlichen Zugriff aufs Gold. Präsident Hugo Chávez kündigte an, den Goldbergbau zu verstaatlichen und die bei europäischen und US-Banken lagernden Goldreserven im Wert von elf Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) ins Land zurückzuholen. Im Gespräch ist zudem, die Währungsreserven des Ölförderlandes aus den USA und Europa nach Asien und Lateinamerika umzuschichten.

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Der Rückruf des Goldes diene dem Schutz des Landes vor den wirtschaftlichen Problemen in den USA und Europa, sagte Chávez. „Wir werden damit beginnen, unser Gold zur Zentralbank zurückzuschaffen“, kündigte er an. Wann das geschehen soll, blieb offen. Zentralbankpräsident Nelson Merentes sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. „In diesen unruhigen Zeiten ist es vorzuziehen, unsere Vermögenswerte, in diesem Fall das Gold, zurückzuholen und hier im Tresor liegen zu haben“, sagte er.

Nach Angaben der Zentralbank hat Venezuela gut 28,6 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) an internationalen Reserven, davon 17,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) in Gold. Von diesem Goldschatz ist Edelmetall im Wert von elf Milliarden Dollar im Ausland deponiert. Einem am Dienstag bekannt gewordenen Bericht von Finanzminister Jorge Giordani zufolge liegt Gold für fast 4,6 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) bei der britischen Zentralbank. Weitere Mengen befinden sich demnach bei der US-Bank J.P. Morgan Chase, den britischen Geldinstituten Barclays, HSBC und Standard Chartered, bei BNP Paribas in Frankreich und bei der Bank of Nova Scotia in Kanada.

  • 18.08.2011, 14:49 Uhrmfgreinhard

    Hugo Chávez tut gut daran! Denn was dabei herauskommt wenn man sich nicht bedingungslos dem USA-Diktat unterwirft ist anschaulich bei Syrien, Libien, Tunesien............. ersichtlich!

  • 18.08.2011, 13:33 UhrEgal

    ...und dann von Griechenland verlagen alles zu privatisieren. Wohin das Geld fließt wissen wir alle, in den Taschen der Politiker, ob in Deutschland, Griechenland, Venezuela oder sonst wo. Davon hat der Bürger der morgens ins Werk geht und abends wieder rauskommt auch nichts.
    Als die Griechen auf die Straßen gegangen sind um diese Sklaverei und EU-Diktatur zu stürzen, hat der Rest von Europa zugeschaut. Chance verpasst.

  • 18.08.2011, 12:54 UhrThomas-Melber-Stuttgart

    De Gaulle - wahrlich des Sozialismus unverdächtig - hatte in den 60er Jahren Dollarbestände in Gold umgetauscht und nach Frankreich bringen lassen.

    "Doch der General im Elysée will den Dollar als Leitwährung der westlichen Welt zerstören. In den vergangenen zwei Jahren tauschte Frankreichs Notenbank auf Anweisung de Gaulles jeden verfügbaren Dollar in Gold um und häufte den -- nach den USA -- zweitgrößten Goldschatz der Welt an: derzeit etwa 23 Milliarden Mark.

    Mehr noch: Während sich andere Zentralbanken damit begnügen, ihre Goldbarren in atomsicheren Tresoren der New Yorker Federal Reserve Bank zu deponieren (wo gegenwärtig für 52 Milliarden Mark Gold lagert, gegenüber 40 Milliarden in Fort Knox), bestehen die Franzosen auf physischem Besitz des Edelmetalls: Jeden Monat transportierten Flugzeuge, Schiffe oder U-Boote -- die Transportmittel werden streng geheimgehalten -- durchschnittlich 40 Tonnen Gold in de Gaulles Banktresore.

    Frankreichs Dollar-Tausch heizte den Goldrausch an: Im vergangenen Jahr wurde erstmals in der Währungsgeschichte die gesamte Welt-Goldproduktion allein von Schmuck-Fabrikanten, Goldhändlern und Sparern aufgekauft. Keine Unze wanderte in die Notenbanktresore."

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45440999.html

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