Verärgerung in Israel
Vatikant schließt Vertrag mit „Staat Palästina“

Erstmals soll ein Vertrag des Vatikans mit dem „palästinensischem Staat“ die Aktivitäten der katholischen Kirche in den Palästinensergebieten regeln. Das Abkommen sorgt für Verärgerung bei der israelischen Regierung.
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RomDer Vatikan will seine Beziehung zu den Palästinensern mit einem Vertrag ausbauen. Nach 15-jährigen Verhandlungen solle in naher Zukunft ein erstes Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und dem „Staat Palästina“ unterzeichnet werden, teilte der Kirchenstaat am Mittwoch mit. Der Vertrag soll die Aktivitäten der katholischen Kirche in den Palästinensergebieten regeln, gleichzeitig wird darin die Anerkennung des Staates Palästina bekräftigt.

Der Vatikan hatte den Schritt der Anerkennung bereits Anfang 2013 vollzogen, nachdem den Palästinensern bei den Vereinten Nationen ein Beobachterstatus zugebilligt worden war, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi betonte. Neu sei, dass diese Einschätzung nun erstmals in einem Vertrag festgehalten werde.

In dem Abkommen spreche sich der Vatikan für eine Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern „auf Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung“ aus, sagte der stellvertretende Außenminister des Kirchenstaats, Antoine Camilleri, der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“.

Er hoffe, dass der Vertrag den Palästinensern bei der Gründung und Anerkennung „eines souveränen und demokratischen Staates“ helfe. Die Unterzeichnung des ausgehandelten Papiers könnte bereits am Wochenende erfolgen, wenn Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu einem Besuch im Vatikan erwartet wird.

Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) zeigte sich erfreut über die „Aufwertung der Beziehungen zum Vatikan. Der Vertrag verdeutliche das Recht der Palästinenser auf "Selbstbestimmung, formale Anerkennung, Freiheit und Staatlichkeit", erklärte PLO-Führungsmitglied Hanan Aschrawi am Donnerstag. Israel übte hingegen scharfe Kritik an dem geplanten Abkommen. Eine solche Entwicklung bringt den Friedensprozess nicht voran", teilte das Außenministerium mit. Israel werde den Vertrag prüfen und behalte sich weitere Schritte vor.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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