Verbesserte Verhandlungsposition als Ziel
Australien: Nordkorea blufft nur

Nach Ansicht der australischen Regierung könnte die Erklärung Nordkoreas zum Besitz von Atomwaffen aus strategischen Gründen bewusst übertrieben sein. Nordkorea versuche mit dieser Mitteilung und dem Rückzug aus den multinationalen Atomgesprächen offenbar einen Bluff, sagte Ministerpräsident John Howard am Freitag im australischen Fernsehen.

HB CANBERRA/SEOUL. Außenminister Alexander Downer erklärte, Nordkorea beabsichtige wohl, sich eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen. Ähnlich äußerte sich auch Südkorea. Nordkorea hatte am Donnerstag erstmals den Besitz von Atomwaffen eingeräumt.

Die Verhandlungen zwischen Nordkorea, Südkorea, China, Japan, den USA und Russland über das nordkoreanische Atomprogramm sollten fortgesetzt werden, sagte Howard: „Ich bin mir nicht absolut sicher, dass die Sechs-Parteien-Gespräche tatsächlich zusammengebrochen sind.“ Australien werde sich insbesondere in Kontakten mit China, den USA und Japan bemühen herauszufinden, ob die Gespräche nicht doch wieder in Gang gebracht werden könnten. Australien unterhält als einer der wenigen engen Verbündeten der USA offizielle diplomatische Beziehungen zu Nordkorea. Nach einem Gespräch mit dem nordkoreanischen Botschafter und US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte Downer, er sehe die Möglichkeit, dass sich das Klima für die Gespräche wieder verbessere.

Südkorea erklärte, die Gespräche seien der einzige Weg für Nordkorea, sich aus seiner Isolation zu befreien. Auch China sprach sich für eine Rückkehr Nordkoreas an den Verhandlungstisch aus. Die Lage werde genauestens verfolgt, erklärte das Außenministerium in Peking. „Wir hoffen, dass die Gespräche fortgesetzt werden können.“ China ist einer der wenigen mächtigen Verbündeten Nordkoreas und vermittelt im Atomstreit.

Nordkorea hatte erklärt, die Atomwaffen dienten der Selbstverteidigung gegen die feindselige Politik der USA. Die USA werfen Nordkorea seit Jahren vor, heimlich an Atombomben zu arbeiten. Das kommunistische Land hatte bislang jedoch selbst nicht behauptet, über solche Waffen zu verfügen. Experten sagten, es sei auch weiter unklar, ob dies tatsächlich der Fall ist. Auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, er wisse nicht, ob Nordkorea wirklich über Atomwaffen verfüge.

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