Verbindung nach Hamburg?
El-Dschasira-Reporter festgenommen

Der in Spanien festgenommene Star-Reporter des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira, Taisir Aluni, bleibt weiter in Haft. Ihm wird vorgeworfen, Verbindungen zum Terror-Netzwerk El Kaida gehabt und es unterstützt zu haben.

HB MADRID. Ermittlungsrichter Baltasar Garzón ordnete nach einer mehrstündigen Vernehmung am Montag an, den 56-Jährigen weitere 72 Stunden in Gewahrsam zu behalten, wie der Rundfunk berichtete. Der Staatsanwalt habe die bisher vorgelegten Indizien gegen Aluni für nicht ausreichend gehalten und deshalb nähere Angaben zu den bei dem Reporter sichergestellten Unterlagen verlangt.

Unterstützung für flüchtige Terroristen?

Danach habe Aluni möglicherweise Verbindungen zu der Hamburger El-Kaida-Zelle gehabt, der auch der an den Anschlägen des 11. September 2001 beteiligte Selbstmordpilot Mohammed Atta angehörte, hieß es weiter. Zudem soll der aus Syrien stammende Journalist mit spanischem Pass flüchtige Mitglieder des Terrornetzwerkes finanziell unterstützt haben. Aluni wies die Vorwürfe zurück, berichtete das Fernsehen. Er habe aber eingeräumt, anderen Syrern aus Solidarität Geld geschickt zu haben.

El Dschasira forderte in einem Schreiben an Ministerpräsident José María Aznar unterdessen die sofortige Freilassung Alunis. Die Anschuldigungen seien absurd. Zudem sei der Reporter schwer herzkrank und erst kürzlich operiert worden. Jede Verlängerung der Haft könne für ihn lebensgefährlich sein.

Garzón muss diese Woche entscheiden, ob der Journalist in Untersuchungshaft kommt oder auf Kaution freigelassen wird. Der Richter verhängte eine Nachrichtensperre, wie es weiter hieß. Der Journalist des in Katar ansässigen TV-Senders war am Freitag in seinem Haus bei Granada in Südspanien festgenommen worden. Garzón wirft ihm vor, eine direkte Verbindung zu dem El-Kaida-Anführer Osama bin Laden zu haben, den Aluni nach den Anschlägen des 11. September 2001 interviewt hatte.

Zudem soll der Reporter eine im November 2001 in Spanien ausgehobene El-Kaida-Zelle unterstützt und die Aktivitäten des Terrornetzwerks in Afghanistan mitfinanziert haben. Auch habe er der Organisation in Europa als Bote gedient. Der Vorwurf Garzóns lautet auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

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