Verbindung zu Attentat in Casablanca
Weitere Festnahmen in Madrid

Eine Woche nach den Anschlägen von Madrid hat die spanische Polizei am Donnerstag vier weitere Verdächtige festgenommen. Hinter den Anschlägen, bei denen am 11. März 201 Menschen getötet und mehr als 1 700 verletzt wurden, wird die El-Kaida-Gruppe des Moslemextremisten Osama bin Laden vermutet.

HB MADRID. Mindestens zwei der Festgenommenen seien Marokkaner, hieß es am Donnerstag in den Kreisen. Nach Berichten des staatlichen spanischen Hörfunks soll einer der Verdächtigen unmittelbar an den Anschlägen beteiligt gewesen sein. Zudem solle ein weiterer von ihnen in Verbindung mit den Anschlägen im marokkanischen Casablanca im vergangenen Jahr stehen. Fünf am Samstag festgenommene Verdächtige - drei Marokkaner und zwei Inder - wurden am Nachmittag in Madrid einem Richter vorgeführt. Die wegen ihrer Informationspolitik über die Drahtzieher der Anschläge in die Kritik geratene scheidende Regierung will nun Geheimdienstmaterial aus den Tagen nach den Anschlägen zur eigenen Entlastung offen legen.

Drei Männer seien am Donnerstag in der Nähe des Madrider Vorortes Alcala de Henares festgenommen worden, der Vierte in Nordspanien, hieß es aus den Justizkreisen. Medienberichten zufolge stammen alle vier aus Marokko oder einem anderen nordafrikanischen Land. Insgesamt hat die spanische Polizei nun neun Verdächtige im Zusammenhang mit den Anschlägen von Madrid festgenommen. Die Anhörung der am Wochenende festgenommenen drei Marokkaner und zwei Inder in Madrid fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Richter sollte entscheiden, ob sie weiter in Haft bleiben oder freikommen.

Die Täter haben dem derzeitigen Ermittlungsstand zufolge Rucksäcke mit Bomben bepackt, in den vier Pendlerzügen deponiert und mit Mobiltelefonen zur Explosion gebracht. Im Zusammenhang mit den Anschlägen hatte die Polizei eine Fahndung nach rund 20 Marokkaner eingeleitet, die auch Verbindungen zu den Anschlägen in Casablanca im Mai vergangenen Jahres haben sollen. Damals wurden 45 Menschen getötet, darunter die zwölf Selbstmordattentäter.

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