Verbindung zu rechter Partei
Polizeigeneräle treten nach Mord an linkem Musiker zurück

Nach dem Mord an einem linksgerichteten Musiker erklären zwei hochrangige Polizisten ihren Rücktritt. Grund dafür sind Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen der Polizei und der Neonazi-Partei Chrysi Avgi.
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AthenZwei hochrangige Polizisten haben nach dem Mord an einem linksgerichteten Musiker in der griechischen Hauptstadt Athen ihren Rücktritt erklärt. Die regionalen Polizeichefs für Süd- und Zentralgriechenland legten ihre Ämter nieder, wie die Polizei am Montag mitteilte. Hintergrund sind demnach Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen der Polizei und der Neonazi-Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte). Auch mehrere hochrangige Polizisten auf der Insel Evia wurden des Dienstes enthoben, nachdem sie es versäumt hatten, einen Waffenfund in einem Parteibüro von Chrysi Avgi zu untersuchen.

Ein Anhänger der Rechtsextremisten war am Samstag offiziell wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt worden. Der 45-Jährige hatte zugegeben, den Rapper Pavlos Fyssos in der Nacht zum Mittwoch im Streit erstochen zu haben. Er berief sich aber auf Notwehr. Fyssos, der bei Konzerten unter dem Rapper-Namen Killah P auftrat, war für seine kritischen und antifaschistischen Songs bekannt.

Seit dem Mord an dem Musiker greifen die griechischen Behörden verschärft gegen die Neonazi-Partei durch. So werden alle Ermittlungen zu Gewalttaten, hinter denen Chrysi Avgi stehen soll, von den Antiterror-Diensten übernommen. Zudem wurde allen 18 Abgeordneten der Partei sowie den örtlichen Parteibüros der Polizeischutz entzogen. Chrysi Avgi wird für mehrere Angriff auf Einwanderer, Politiker und linksgerichtete Aktivisten verantwortlich gemacht.

Seit den Wahlen im Juni 2012 ist Chrysi Avgi erstmals im Parlament vertreten und verfügt dort über 18 der 300 Mandate. Bisher allerdings blieb die Partei weitgehend unbehelligt. Erst der Mord an dem 34-jährigen Musiker sorgte für landesweite Empörung und zwang die Regierung zum Handeln.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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