Verbraucherpreise
Mieten treiben Israelis auf die Straße

In Israel protestieren Tausende gegen die hohen Verbraucherpreise: Die Mieten haben ein Rekordniveau erreicht. Für zusätzlichen Zündstoff sorgt eine bizarre Debatte über Hüttenkäse – jetzt schaltet sich die Politik ein.
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Tel AvivTausende Menschen drängelten sich am Freitagabend auf Tel Avivs Ibn-Gvirol-Boulevard: Mit Sprechchören und Plakaten forderten sie Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dazu auf, endlich gegen den massiven Anstieg der Lebenskosten tätig zu werden. Für viele Israelis ist das Eigenheim mittlerweile zum Kostenfresser Nummer eins im monatlichen Budget geworden.

Karin Darsa ist eine von denen, die die ausufernden Preise nicht länger hinnehmen will. Die 30-Jährige lebt seit Jahren in der Stadt, für ein 25-Quadratmeter-Appartment bezahlt sie umgerechnet rund 600 Euro: „Den Großteil meiner Einnahmen verwende ich mittlerweile auf die Miete“, sagte die Modedesignerin, „dabei bezahle ich im Vergleich zu Freunden noch relativ wenig.“

Für junge Menschen ist das Leben in Tel Aviv kaum mehr bezahlbar, unter Berücksichtigung der Kaufkraft ist Tel Aviv mittlerweile eine der teuersten Städte der Welt - teurer als beispielsweise Mailand, Paris oder New York. Das ergab eine Studie der Finanzberatungsfirma Mercer. Die Knesset will sich an diesem Montag mit der Krise auf dem Wohnungsmarkt befassen. Ministerpräsident Netanjahu versprach am Sonntag, er werde sich für Reformen einsetzen.

Doch die hohen Mieten sind nur ein Teil des Problems, das den Mittelmeerstaat seit Monaten schüttelt: Die Verbraucherpreise kennen in Israel seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Die Mieten stiegen im Juni um 0,5 Prozent zum Vormonat und um 6,2 Prozent auf die letzten 12 Monate gerechnet. “Der Anstieg der Wohnkosten ist besorgniserregend“, urteilt Alex Zabezhinsky daher, Chefökonom des israelischen Finanzdienstleister DS Securities & Investments gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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