Verbrechen im Irak
US-Soldat wegen Vergewaltigung und Mord angeklagt

Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaates North Carolina hat wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung und Ermordung eines jungen Mädchens im Irak einen ehemaligen amerikanischen Soldaten angeklagt. Dem 21-Jährigen droht bei bei einer Verurteilung die Todesstrafe.

HB WASHINGTON. Wie US-Medien berichteten, wird Steven Green vorgeworfen, zusammen mit drei anderen US-Soldaten im März in einem Privathaus nahe Mahmudija südlich von Bagdad das Mädchen vergewaltigt und sie dann mit drei Familienangehörigen erschossen zu haben.

Die „Washington Post“ hatte am Montag über Aussagen von Dorfbewohnern aus Mahmudija berichtet, die das angebliche Kriegsverbrechen bezeugten. Das Mädchen habe in den Tagen vor der Tat ängstlich von den Annäherungsversuchen der Soldaten erzählt, hieß es. Das Pentagon hatte am Freitag Ermittlungen in den Fall bestätigt. Allerdings war das Opfer nach Militärangaben eine junge Frau von 20 Jahren.

Der Fall war Ende Juni ans Licht gekommen. Zwei US-Soldaten meldeten Vorgesetzten Gerüchte, die in ihrer Einheit über den Zwischenfall kursierten. Das Militär fand nach eigenen Angaben bei einer ersten Untersuchung genügend Anhaltspunkte für die Ermittlungen. Ein Soldat wird nach Medieninformationen verhört, ein zweiter sei inzwischen aus der Armee ausgeschieden und werde gesucht.

Nach Angaben der Dorfbewohner hatten die US-Soldaten in der Nähe des Wohnhauses von Abeer Kasim Hamsa eine Straßensperre eingerichtet, die das Mädchen täglich passieren musste. Die Schülerin habe ihrer Mutter sorgenvoll von den Soldaten berichtet. Ein Nachbar sagte, die Mutter habe ihn gebeten, das Mädchen zu ihrem Schutz vorübergehend bei sich aufzunehmen. Bevor es dazu kam, hätten US-Soldaten das Haus des Mädchens aber am 10. März gestürmt. Sie hätten die 15-Jährige vergewaltigt, erschossen und versucht, die Leiche in Brand zu stecken. Nach Angaben des zuständigen Krankenhauses wurden in dem Haus vier Menschen erschossen, außer dem Mädchen auch die Mutter, eine siebenjährige Schwester und ein Verwandter.

Das US-Militär untersucht vier ähnliche Fälle, darunter die Ereignisse in Haditha, wo im November unter bislang ungeklärten Umständen 24 Zivilisten starben. Die Ermittlungen dauern an. In zwei anderen Fällen mit insgesamt vier Toten wurden zwölf US-Soldaten angeklagt.

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