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Verbrechen unter der Herrschaft Husseins

Der erste Prozess eines irakischen Sondertribunals gegen den Ex-Präsidenten Saddam Hussein befasst sich mit einem Massaker an mehr als 140 Schiiten im Jahr 1982. In Laufe des Prozesses können weitere Anklagepunkte hinzukommen.

HB BAGDAD. In dem Prozess wird es zunächst nur das Massaker von Dudschail verhandelt. Das Tribunal hat diesen Fall als ersten ausgewählt, weil die Beweislage als klar und eindeutig gilt.

Saddam und sieben weiteren Vertretern seiner Führung wird dabei vorgeworfen, 1982 in einem Racheakt in dem Dorf Dudschail bei Bagdad mehr als 140 Schiiten getötet zu haben, nachdem in dem Ort zuvor ein Anschlag auf den Präsidentenkonvoi verübt worden war. Der Anklage zufolge wurden hunderte von Frauen und Kindern aus dem Ort jahrelang in Internierungslagern in der Wüste festgehalten. Mit den Palmenhainen des Dorfes zerstörte die Regierung die örtliche Wirtschaft und den Lebensunterhalt der Menschen.

Doch dem Ex-Diktator werden weitere Verbrechen vorgeworfen, die zu zusätzlichen Anklagepunkten führen können.

Einmarsch in Kuwait
Mit dem Einmarsch ins Nachbarland Kuwait im August 1990 hat Saddam das Völkerrecht verletzt. Eine von den USA angeführte Koalition verlangte den Rückzug der Iraker und griff Saddams Armee am 17. Januar 1991 an, nachdem der Machthaber mehrere Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) ignoriert hatte. Der Golfkrieg endete am 28. Februar desselben Jahres.

Während der Besetzung Kuwaits sollen irakische Soldaten Gefangene gefoltert und in Gruppen hingerichtet haben. Zudem wurde den Vorwürfen zufolge Kuwait-Stadt geplündert. Hunderte von kuwaitischen Gefangenen sollen nach Bagdad verschleppt worden sein. Irakische Soldaten steckten zudem in Kuwait mehr als 700 Ölquellen in Brand und ließen das Öl aus Pipelines unter anderem in den Golf laufen.

Politische Unterdrückung
Saddam wird vorgeworfen, nach dem Golfkrieg von 1991 Aufstände von Schiiten im Süden und Kurden im Norden brutal niedergeschlagen zu haben. Massengräber im Süden von Bagdad und im Norden bergen offenbar die Opfer. Hunderttausende Kurden flohen in den Iran und in die Türkei.

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