Verbrechensbekämpfung
Kampf den Mafiosi: Erst Saures für den Paten, dann Süßes für alle

Was es mit der Agenzia del Dermanio und der "Libera" auf sich hat.
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Vorgehen

Enteignet ein Gericht eine Immobilie oder Firma der Mafia, geht der Besitz in die Hand der "Agenzia del Demanio" über. Die Behörde entscheidet, ob die Immobilie als Kaserne oder Amtssitz dienen kann. Seit 1996 ist es möglich, die Güter sozialen Initiativen zu übertragen. In diesem Fall darf die Gemeinde, in der sich die Immobilie befindet, entscheiden, welche Organisation das Gut nutzen soll.

Zahlen

Nach Angaben der "Agenzia del Demanio" hat der Staat seit den 90er-Jahren 8958 Immobilien und 1185 Unternehmen von der Mafia konfisziert. Zwei Drittel der Immobilien liegen in den drei Regionen, in denen die Mafia ihre Hochburgen hat: Sizilien (4094), Kalabrien (1300) und Kampanien (1325). Aber auch in norditalienischen Regionen wie der Lombardei (657), Piemont (123) und Venetien (78) wurden zahlreiche Mafiosi vom Staat enteignet.

Libera

Sie ist Italiens bekannteste Anti-Mafia-Vereinigung. Geboren wurde Libera in den 90ern nach den Morden an den Staatsanwälten Paolo Borsellino und Giovanni Falcone. Mit mehr als einer Million Unterschriften trieb sie das Gesetz voran, nach dem seit 1996 konfiszierte Mafia-Güter auch für soziale Zwecke genutzt werden können. Libera verwaltet derzeit sechs Güter. Die Produkte der konfiszierten Güter vertreibt die Organisation unter der Marke "Libera Terra". Libera unterhält dafür eigene Supermärkte in Palermo, Rom, Neapel und Pisa. Auch Ketten wie Coop haben die Produkte wie Honig (Foto) im Sortiment.

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