Verbündete
Panetta fordert von Europäern höhere Verteidigungsausgaben

Der US-Verteidigungsminister Leon Panetta kritisiert die Verbündeten: „Wir können nicht die einzigen sein, die die finanzielle Last“ der Nato „tragen“.
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BagdadDer neue US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat von den Europäern eine Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben gefordert. Die europäischen Nato-Mitglieder müssten „ihre Verantwortung in der Welt übernehmen“, wenn sie verlässliche Verbündete bleiben wollten, sagte Panetta am Montag bei einem Truppenbesuch in Bagdad. „Die Realität ist, dass in 90 Tagen in Libyen zahlreiche Länder am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt sein werden und sich an die USA wenden, um in die Bresche zu springen“, sagte Panetta.

Von den europäischen Staaten, die an dem Nato-Militäreinsatz in Libyen beteiligt sind, hat Norwegen angekündigt, zum 1. August seine sechs Kampfflugzeuge abzuziehen. Auch Italien will seinen Flugzeugträger Garibaldi nach Hause holen, um so mehr als 80 Millionen Euro einzusparen. Panetta betonte, die Europäer müssten „sich anstrengen, ihre militärischen Kapazitäten verstärken und ebenfalls in die Partnerschaft investieren“.

„Wir können nicht die einzigen sein, die die finanzielle Last“ der Nato „tragen“, sagte der US-Verteidigungsminister. Washington trägt 75 Prozent der militärischen Kosten des Bündnisses. Von den 28 Nato-Ländern erfüllen neben den USA nur Frankreich, Großbritannien, Griechenland und Albanien das Nato-Ziel, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Streitkräfte auszugeben. Mit geplanten Ausgaben von 671 Milliarden Dollar (497 Milliarden Euro) 2011 ist der US-Wehretat mit Abstand der größte der Welt.

AFP

Kommentare zu " Verbündete: Panetta fordert von Europäern höhere Verteidigungsausgaben"

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  • Das Gegenteil der Forderung von Panetta ist richtig.

    Der Verteidigungshaushalt gehört weiter gekürzt. Innerhalb Europas herrscht Frieden und eine Angriffsgefahr für Deutschland ist in keinster Weise gegeben (mit Ausnahme terroristischer Einzelaktionen, wozu es aber keiner Erhöhung des Militärhaushaltes, sondern ein Stärkung der innerpolizeilichen Polizeiarbeit bedarf).

    Ausserdem sollten wir mit Militäreinsätzen der Deutschen Bundeswehr ausserhalb Europas sehr restriktiv und sparsam umgehen. Erstens kosten diese Auslandseinsätze auf fremden Kontinenten in Asien und in Afrika sehr viel Geld, zweitens verdient daran nur die Internationale Rüstungswirtschaft und drittens fehlt dieses Geld beim Abbau der Schulden und bei inländischen Investitionen.

    Zudem zeigt es sich, dass auf fremden Kontinenten nur Militäreinsätze erfolgreich sind, wenn sie insbesondere von asiatischen Streitkräften in Asien oder von afrikanischen Streitkräften in Afrika mitgetragen wird: ansonsten entsteht oftmals eine Ablehung innerhalb der Bevölkerung in Afrika oder in Asien, da das europäische/amerikanische Militär als fremde Besatzungsmacht angesehen wird.

    Daher wir brauchen keine Erhöhung des deutschen Militärbudgets, sondern vielmehr ist nach dem Ende der Wehrpflicht insbesondere eine Zusammenlegung der inländischen Militärstandorte der Bundeswehr erforderlich. Die deutsche Bundeswehr ist äußerst ineffizient, da die Standorte quer durch Deutschland zerstreut sind, anstatt effizientere Grosseinheiten zu schaffen.

  • "Wir können nicht die einzigen sein, die die finanzielle Last“ der Nato „tragen“, sagte der US-Verteidigungsminister."

    Dafür sollte man wirklich Verständnis haben. Es gibt einen Spruch : Ami - go home !
    Das spart viel Geld - und der werte Verteigungsminister sollte es einmal ausprobieren!

  • Die Verbündeten zu kritisieren ist sein gutes Recht, ob er desshalb auch Recht hat, steht auf einem anderen Blatt Papier.

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