Verdacht auf Geldwäsche
Schweiz sperrt griechischem Ex-Minister die Konten

Nach dem Korruptionsskandal um den ehemaligen griechischen Verteidigungsminister Tsohatzopoulos sorgen sich die Schweizer Finanzinstitute um ihren Ruf. Nun haben sie seine Konten eingefroren.
  • 2

ZürichDie Ermittlungen gegen den früheren griechischen Verteidigungsminister Akis Tsohatzopoulos haben auch die Schweizer Justiz auf den Plan gerufen. In einer Strafuntersuchung wolle die Bundesanwaltschaft klären, ob Personen oder Banken in der Schweiz an Geldwäsche beteiligt seien, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Tätigkeitsbericht 2012 der Behörde. In dem Zusammenhang seien rund zehn Millionen Franken blockiert worden, ergänzte eine Sprecherin. Auslöser der Untersuchung waren Verdachtsmeldungen von verschiedenen Banken bei der Geldwäsche-Meldestelle, nachdem Tsohatzopoulos vor einem Jahr verhaftet worden war.

Das Verfahren zeige, dass der Schweizer Finanzplatz missbraucht werden könne. "Dies birgt beachtliche Reputationsrisiken nicht nur für die involvierten Banken, sondern für die Schweiz insgesamt", heißt es in dem Bericht.

Ein griechisches Gericht hatte den Ex-Minister im März zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, weil er die Herkunft seines Vermögens nicht offenlegen wollte. Der sozialistische Politiker, der zuletzt 2004 einem Kabinett angehörte, bestreitet die Vorwürfe und will Berufung einlegen.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verdacht auf Geldwäsche: Schweiz sperrt griechischem Ex-Minister die Konten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zum jetzigen Zeitpunkt riecht dieses Vorgehen bei diesem Ex-Minister ganz schal nach Bauernopfer. Nach wie vor wird bei anderen „Leichen im Keller“ geflissentlich weggesehen.

  • WOW. WOW. Weiter so, aber künftig rechtzeitig. Und London muss genauso handeln! In der Schweiz scheint ein moralischer Schub durch die Eidgenossenschaft zu rollen: Manager sollen nicht mehr als das 12-fache des geringsten Lohnes verdienen - prima! Weg von dem Zinsgeld und krankhaften Kapitalismus!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%