Verdächtiger aus Berlusconi-Partei: Schmiergeldvorwürfe erschüttern Rom

Verdächtiger aus Berlusconi-Partei
Schmiergeldvorwürfe erschüttern Rom

Es ist Wahlkampf in Italien. Prompt kommen Korruptionsskandale hoch. Der Verdächtigte Alemanno gehört zu Berlusconis PdL. Er weist alles zurück und baut auf die Solidarität der Partei.
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RomVier Wochen vor den italienischen Parlamentswahlen erschüttert ein Schmiergeldskandal die Hauptstadt Rom. Bis zu 600.000 Euro sollen im Zusammenhang mit dem Kauf städtischer Busse an das Sekretariat von Bürgermeister Giovanni Alemanno geflossen sein. Das berichtete ein Untersuchungsrichter unter Berufung auf eine Zeugenaussage. Alemanno gehört der rechten Partei PdL (Volk der Freiheit) des Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi an.

Alemanno wies in Medien vom Sonntag die Vorwürfe strikt zurück. Die Stadtverwaltung habe überhaupt keine Möglichkeit zur Einflussnahme auf den Wettbewerb um den Auftrag gehabt. Die PdL stellte sich hinter Alemanno.

„Diese Irritationen im Wahlkampf können Bürgermeister Alemanno nicht in Schwierigkeit bringen, weil die Bürger den wahren Gehalt bestimmter Vorgänge einschätzen können“, sagte Berlusconi laut Ansa. Alemanno will bei den Kommunalwahlen Ende Mai wieder antreten. Er stellte klar, dass er trotz der Affäre kandidieren werde.

Bei dem Skandal geht es um einen Auftrag von 2009 für rund 40 städtische Busse. Ein Unternehmer, der das Geschäft im Wert von rund 20 Millionen Euro vermittelt haben soll, war vor einigen Wochen festgenommen worden. Auch ein Mitarbeiter des Bus-Lieferanten wanderte hinter Gitter. Dieser soll nach der Aussage des Vermittlers davon gesprochen haben, dass Geld an das Sekretariat Alemannos fließen sollte. „Ich schließe kategorisch aus, dass Mitglieder meines Sekretariats unter den Empfängern von Geldsummen für diese oder irgendein anderes Geschäft sein können“, sagte hingegen Alemanno.

Der linke römische Politiker Paolo Gentiloni fordert Alemanno bereits zum Rücktritt auf. Der Bürgermeister sei nicht mehr haltbar, sagte er. Jeden Tag gebe es neue und immer schwerere Vorwürfe gegen ihn. PdL-Chef Angelino Alfano konterte, die Vorwürfe gegen Alemanno seien ausgerechnet zum Start der Kampagne für die regionalen Wahlen aufgekommen. Es sehe sehr danach aus, als würden sie instrumentalisiert.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie bitte? Das erschüttert in Italien jemanden? Ich glaube eher, wenn kein Schmiergeld fließen würde, wären die Italiener erschüttert.

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