Vereinbarung in Frage gestellt
Nach der Einigung stellt Nordkorea im Atomstreit wieder Bedingungen

Einen Tag nach einer Vereinabrung mit den USA über einen Verzicht auf Atomwaffen hat Nordkorea neue Bedingungen gestellt und somit diese Vereinbaung wieder in Frage gestellt. In Pjöngjang hieß es, zunächst müssten die USA das Recht des kommunistischen Staates auf ein ziviles Atomprogramm anerkennen.

HB PEKING. Außerdem müssten die USA so schnell wie möglich Leichtwasser-Reaktoren liefern, erklärte das nordkoreanische Außenministerium am Dienstag. Die USA wiesen die Forderungen zurück und erklärten, die Haltung des kommunistischen Staates widerspreche der am Vortag unterzeichneten Vereinbarung.

Nordkorea hatte den Verzicht auf Atomwaffen grundsätzlich zugesagt, sich in der Vereinbarung aber das Recht auf eine zivile Nutzung der Kernenergie vorbehalten. Über die Lieferung von Leichtwasserreaktoren zur Stromgewinnung sollte zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden. Die gemeinsame Erklärung der sechs an den Verhandlungen beteiligten Staaten galt als Durchbruch in dem Konflikt, der sich in den vergangenen Monaten verschärft hat.

„Die USA sollten noch nicht einmal davon träumen, dass die Demokratische Volksrepublik Korea ihre nuklearen Abschreckungsmittel abrüstet, bevor Leichtwasser-Reaktoren geliefert werden - sie sind eine Garantie für die Vertrauensbildung“, hieß es in der langen Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums. In Peking sagte der Leiter der nordkoreanischen Delegation bei den Sechs-Parteien-Gesprächen, Vize-Außenminister Kim Kye Gwan, seinerseits: „Es wird nicht geschehen, dass wir (unsere Atomwaffen) zuerst aufgeben.“

Nordkorea hat während der zweijährigen Verhandlungen wiederholt abrupte Rückzieher gemacht. Die Lieferung von zwei Leichtwasserreaktoren hatten die USA erstmals 1994 zugesagt, als Nordkorea schon einmal die Einstellung seines laufenden Atomprogramms binnen zehn Jahren versprach.

„Das entspricht offensichtlich nicht der Erklärung, die sie unterzeichnet haben und wir werden sehen, was die kommenden Wochen bringen“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums Sean McCormack in Washington. Der Vereinbarung zufolge sollen die Sechs-Parteien-Gespräche im November in eine weitere Runde gehen, um die Umsetzung der erklärten Prinzipien zu beraten.

Das in der Krise vermittelnde China forderte die Konfliktparteien auf, sich auf ihre Zusagen zu besinnen und diese zu erfüllen. „Wir denken nicht, dass die nordkoreanische Seite die gemeinsame Erklärung falsch verstanden oder falsch interpretiert hat“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums und verwies darauf, dass die Vereinbarung von den sechs beteiligten Staaten einstimmig vereinbart worden sei.

Auch die japanische Regierung wies die Bedingungen Nordkoreas einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zurück. Japan hatte dem diplomatische isolierten Nordkorea wie die USA eine Normalisierung der Beziehungen im Gegenzug für den Atom-Verzicht angeboten. Zudem sollte das verarmte Land Energiehilfen erhalten.

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