"Vereinigte Staaten verschärfen Irak-Krise"
Britischer Ex-Außenminister greift USA an

Der ehemalige britische Außenminister Robin Cook hat den USA vorgeworfen, die Krise im Irak durch unnötig aggressives Auftreten noch zu verschärfen. „Die US-Streitkräfte müssen aufhören, sich wie Krieger aufzuführen, und anfangen, sich wie Friedenssoldaten zu verhalten“, sagte Cook am Donnerstag in einem BBC-Radiointerview.

HB LONDON. „Jedes Mal wenn sie über die Dörfer fliegen und da Raketen reinfeuern, überzeugen sie auch den Letzten davon, dass sie als Feinde kommen. Wir brauchen jetzt eine Politik minimaler Gewaltanwendung, um zu versuchen, die Situation zu entschärfen - anstatt sie zu verschärfen wie in den vergangenen Tagen.“

Als nächstes müsse dann versucht werden, der irakischen Regierungsbehörde größere Legitimität zu verschaffen. „Das Problem, das wir derzeit haben, ist, dass wir es da mit einer Marionettenregierung zu tun haben, eingesetzt von den USA“, sagte Cook, der aus Protest gegen den Irak-Krieg als Labour-Fraktionschef im Unterhaus zurückgetreten war. Die Machtübergabe am 30. Juni werde dieses Problem auch nicht lösen: „Machen wir uns nichts vor: Das ist doch vor allem symbolisch. Nach dem 30. Juni wird sich auch nicht viel ändern. Wenn man mal ehrlich ist, ist es doch so, dass die derzeitige Regierung an der Macht bleibt, das werden wieder die gleichen Leute sein.“

Cook appellierte an Premierminister Tony Blair, bei seinem Gespräch mit US-Präsident George W. Bush nächste Woche Freitag in Washington auf eine andere Taktik im Irak zu drängen. Jetzt müsse er beweisen, ob er bei Bush wirklich etwas erreichen könne, sagte Cook.

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