Vereinte Nationen
Mehr als 23.000 Menschen fliehen aus Syrien in die Türkei

Die Kämpfe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gehen unverändert weiter. Zehntausende Syrer sind inzwischen in die Türkei geflohen. Kurdische Kämpfer berichten indes von Erfolgen gegen die Terroristen.
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Genf/Tell AbjadNach heftigen Kämpfen mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben kurdische Einheiten die nordsyrische Grenzstadt Tell Abjad vollständig erobert. Für die Extremisten in Syrien ist das ein schwerer Rückschlag: Sie verlieren ihre wichtigste Nachschubroute in die Türkei, über die sie auch neue Kämpfer rekrutierten. Wegen der schweren Gefechte um Tell Abjad flohen seit Monatsbeginn mehr als 23.000 Menschen aus Syrien ins Nachbarland.

Bereits am Montagabend hatten die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) und Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) den Grenzübergang zur Türkei eingenommen. Die IS-Kämpfer seien Richtung Westen und Südwesten geflohen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Mindestens 40 Extremisten seien dabei von Luftangriffen der internationalen Koalition getötet worden.

Mit der vollständigen Einnahme Tell Abjads können die Kurden zugleich die von ihnen beherrschten Gebiete um die Stadt Kobane im Norden und die Stadt Kamischli im Nordosten des Landes vereinen. Ende Januar hatten die Kurden den IS bereits aus Kobane vertrieben.

In den vergangenen 15 Tagen hätten 20.997 Syrer die Grenze nach Akcakale in der Türkei passiert, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Angaben der Katastrophenschutzbehörde (Afad). Weitere 2138 Iraker, die sich in der Region Tell Abjad aufgehalten hätten, seien ebenfalls in die Türkei geflohen. Die größte Gruppe der Flüchtlinge seien Kinder.

Die Türkei hat nach UN-Angaben mehr als 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen - mehr als jedes andere Land. Der türkische Vize-Ministerpräsident Bülent Arinc forderte westliche Staaten zu mehr Unterstützung auf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu warf er den YPG und dem IS am Montagabend „ethnische Säuberung“ vor.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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