Vereinte Nationen
USA wollen sich stärker für Uno engagieren

US-Präsident Obama setzt den Bruch mit der Politik seines Vorgängers Bush fort. Jetzt wollen die USA auch in den Beziehungen zu den Vereinten Nationen ein neues Kapital aufschlagen. Die neue Uno-Sonderbotschafterin Susan Rice versprach, anderen Staaten mit Respekt zu begegnen.

HB NEW YORK. "Die vor uns liegenden globalen Herausforderungen können nicht ohne die Führung der USA bewältigt werden", sagte Rice. Doch bei vielen Problemen könnten die USA allein nichts mehr erreichen. "Wir brauchen die erfolgreiche Zusammenarbeit auf breiter Basis von Freunden und Partnern." Als Beispiele nannte die Diplomatin den Streit mit Nordkorea und dem Iran über deren Atomprogramme, die Kriege in Afghanistan und im Irak, die Erderwärmung und ihre Folgen für die Menschheit, die Eindämmung von Pandemien wie der neuen Grippe sowie die Bekämpfung der weltweiten Finanzkrise.

In Anspielung auf die Bush-Regierung und den ehemaligen UN-Botschafter John Bolton sagte Rice, es werde künftig keine "herablassende und verachtende Haltung" der USA zu den Vereinten Nationen geben. Bolton hat aus seiner skeptischen Haltung gegenüber den UN nie einen Hehl gemacht und regelmäßig über die Organisation gespottet. Ein solches Verhalten könnten sich die USA einfach nicht leisten, kritisierte Rice - ohne Bush oder Bolton direkt beim Namen zu nennen. "Die USA werden im 21. Jahrhundert führen - nicht mit Überheblichkeit, nicht mit Einschüchterung, sondern mit geduldiger Diplomatie."

Gleichzeitig griff Rice aber auch einen Hauptkritikpunkt der alten US-Regierung auf, wonach die verschiedenen Organe der Vereinten Nationen zu ineffizient arbeiteten. Die UN-Behörden, der Weltsicherheitsrat sowie die Generalversammlung müssten dringend reformiert werden, damit die internationale Staatengemeinschaft nicht durch "politisches Theater" von den wirklich wichtigen Problemen abgelenkt werde.

"Wir arbeiten daran, einen Wandel von Innen herbeizuführen, anstatt von Außen zu kritisieren", erklärte sie. "Wir wollen die Interessen und Wertvorstellungen der USA entschieden verteidigen - aber wir sind nicht einfach dagegen, um nur dagegen zu sein. Wir hören anderen Staaten zu, großen und kleinen. Wir bauen Koalitionen. Wir kommen unseren Verpflichtungen nach. Wir bezahlen unsere Rechnungen", erläuterte die Botschafterin.

Erst in der vergangenen Woche hatte Rice angekündigt, dass die US-Regierung ihre seit Jahren ausstehenden UN-Beiträge überweisen werde, was insgesamt mehr als zwei Mrd. Dollar an alten und neuen Verpflichtungen sind.

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