Vereinte Nationen
Warum wir die Uno brauchen

Ebola, IS, Ukraine: Bei der Uno-Vollversammlung stehen die aktuellen Krisen auf der Tagesordnung. Geredet wird viel, die Ergebnisse lassen auf sich warten. Wozu brauchen wir die Uno überhaupt noch?
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DüsseldorfLangsam, langsamer, Uno. Das könnte das Motto der Vereinten Nationen sein. Das gilt für den Ukraine-Konflikt, das gilt für den Kampf gegen die Klimaerwärmung. Entscheidungsfreudig ist keine Eigenschaft der Uno. Auch deshalb nennen Kritiker die Weltorganisation einen zahnlosen Tiger.

Das ist auch kein Wunder. Denn immerhin versammeln sich 193 Nationen, müssen 193 Interessen zusammengebracht werden, muss die Mehrheit oder zwei Drittel davon ihre Entscheidungen gemeinsam fällen. Manchmal ist sie auch einstimmig nötig. Es dauert, den gemeinsamen Nenner zu finden, wenn es denn überhaupt ein Ergebnis gibt. Der Klimagipfel hat das deutlich gezeigt. Lippenbekenntnisse gibt es, doch in der Praxis hapert es.

Dieses Manko macht die Weltorganisation aber nicht per se schlecht oder überflüssig. Denn schon ihr Ziel ist aller Ehren wert. Die Wahrung des Weltfriedens. Nicht weniger hat sich die Uno zur Aufgabe gemacht, so steht es in der Präambel der Charta.

Aber schon im Vorwort taucht das erste Problem auf. „Wir, die Völker der Vereinten Nationen…“, steht dort als Einleitung. Doch es sind die Regierungen der Länder, die über den Erfolg der Uno bestimmen. Sie wurden nicht immer demokratisch gewählt. Und ihre politischen Interessen sind unterschiedlich.

Auch das wichtigste Organ der Weltorganisation, der Sicherheitsrat, der die Macht in Sachen Weltfrieden in Händen hält, spiegelt nur die aktuellen politischen Strukturen wider – die Realität der internationalen Beziehungen. Dass die ständigen Mitglieder Großbritannien, Frankreich, China, Russland und die USA mit ihrem Veto-Recht mehr verhindern als voranbringen – und zwar immer dann, wenn ihre Nationen unmittelbar betroffen sind, ist nur eine weitere Realität, das zeigte der Giftgaseinsatzes in Syrien. Während Russland die Aufständischen für den Einsatz verantwortlich machte, gaben die USA Syriens Machthaber Präsident Baschar al-Assad die Schuld. Der Machtgeschacher zeigt: Eine Organisation kann nur so gut funktionieren wie ihre Länder zusammenarbeiten.

Kommentare zu " Vereinte Nationen: Warum wir die Uno brauchen "

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  • Als die Russen in der Ukraine einmarschiert sind habe ich mich gefragt, ob es den Verein überhaupt noch gibt.
    Abgesehen von den Balkanstaaten gibt es wohl sehr wenige Regionen und Länder auf dieser Erde, mit denen keine der drei Supermächte etwas zu tun haben will bzw. Dort "Interessen" hat. Und diese führen ihre Kriege nach macht- und wirtschaftspolitischen Kriterien.
    Die muslimischen Staaten würden wohl kaum einer Entscheidung gegen die IS zustimmen, odr grundsätzlich Position gegen islamistischen Teror beziehen.
    Dann bleiben nur noch die Gesundheitsthemen. Und dafür gibt es ja die WHO. Welchen Sinn hat dann die UNO? Hunderte von Funktionären auf Kosten der Steuerzahler um die Welt jetten lassen um Lippenbekenntnisse bezüglich des Klimas abzugeben.
    Es gibt einfach keine Existenzbegründung für diesen Verein. Rein faktisch betrachtet.

  • Solange es Veto-Rechte gibt, nützt die UNO der Welt nur sehr begrenzt. Ein völlig überschätzter Verein.

  • UNO? = Unfähig - Naiv – Ohnmächtig und USA-dominiert! Wer braucht denn sowas?

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