Vereitelte Anschläge
Terrorverdächtiger in Großbritannien freigelassen

Nach den vereitelten Terroranschlägen von London haben die britischen Behörden einen von 24 in Gewahrsam genommenen Verdächtigen wieder freigelassen. In Pakistan wurde unterdessen die Untersuchungshaft der mutmaßlichen Schlüsselfigur der Anschlagspläne verlängert.

HB LONDON. Von den Verdächtigen, die eine Serie von Bombenanschlägen auf US-Flugzeuge geplant haben sollen, ist einer am Donnerstag von der britischen Polizei freigelassen worden. Gegen den am Dienstag festgenommenen Mann werde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilte Scotland Yard mit.

Zuvor hatte ein Bezirksrichter entschieden, dass die anderen 23 Verdächtigen mindestens bis kommende Woche in Polizeigewahrsam festgehalten werden können. Sie sollen Anschläge verheerenden Ausmaßes auf Passagierflugzeuge geplant haben. Ein vor wenigen Monaten in Kraft getretenes Antiterrorgesetz sieht vor, dass Verdächtige aus Ermittlungsgründen bis zu 28 Tage in Untersuchungshaft genommen werden können.

In Pakistan wurde unterdessen die Untersuchungshaft der mutmaßlichen Schlüsselfigur der Anschlagspläne verlängert, wie aus Behördenkreisen verlautete. Der britische Staatsbürger Rashid Rauf war noch vor Bekanntgabe der Terrorpläne in Pakistan festgenommen worden. Ihm werden Kontakte zur Al Kaida vorgeworfen. Ein Geheimdienstmitarbeiter bestätigte am Donnerstag, dass Rauf in Verbindung zur pakistanischen Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed gestanden habe. Er sei zudem mit dem gesuchten Anführer der Gruppe verschwägert. Pakistan erwägt die Auslieferung Raufs an Großbritannien.

Die Nervosität auf den Flughäfen ist nach den vereitelten Anschlägen weiter groß. Ein Flug von London nach Washington landetet am Mittwoch in Boston not, nachdem es der Polizei zufolge Auseinandersetzungen mit einer unter Platzangst leidenden Passagierin gegeben hatte. Den Angaben zufolge erlitt die 60-Jährige offenbar eine Panikattacke. Dies habe zu der Konfrontation geführt. Daraufhin habe ein Pilot Sicherheitsalarm ausgelöst.

Zuvor hatte ein Sprecher des Bostoner Flughafens Logan International Airport erklärt, möglicherweise hätten sich verbotene Gegenstände an Bord befunden. Das Gepäck des Fluges mit 182 Passagieren und 12 Besatzungsmitgliedern werde untersucht. Fernsehbilder zeigten, wie Sprengstoffhunde auf dem Rollfeld ausgebreitete Gepäckstücke beschnupperten. Mindestens sechs Kleintransporter der Polizei sowie Rettungspersonal waren im Umfeld der Maschine zu sehen.

Medien hatten berichtet, die Frau habe Vaseline, einen Schraubenzieher, Streichhölzer sowie Aufzeichnungen über die Extremistenorganisation Al-Kaida bei sich gehabt. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht vor. Seit den vereitelten Anschlägen auf Passagiermaschinen von Großbritannien in die USA dürfen Passagiere keine Flüssigkeiten und Gels mehr mit an Bord nehmen.

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