Vereitelter Anschlag
Tödliches Gift in Brief an US-Senator gefunden

In einer Poststelle der US-Regierung ist ein Brief eingegangen, in dem Spuren des tödlichen Giftes Rizin gefunden wurden. Seinen Adressaten, den republikanischen Senator Roger Wicker, erreichte er nicht.
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WashingtonIn der Poststelle des US-Kongresses ist nach Medienberichten einen Briefumschlag mit Spuren des hochgefährlichen Giftes Rizin abgefangen worden. Die Sendung sei an den republikanischen Senator Roger Wicker aus Mississippi adressiert gewesen, berichtete das Magazin „Politico“ am Dienstag (Ortszeit) auf seiner Website. Er sei von einem Verdächtigen abgeschickt worden, der regelmäßig an Gesetzgeber in Washington schreibe.

Zunächst war unklar, wann sich der Vorfall ereignete. Es werde aber davon ausgegangen, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt habe. Ob ein Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf den Marathon in Boston bestehe, könne derzeit noch nicht gesagt werden, erklärte der Vizefraktionschef der Demokraten im Senat, Richard Durbin.

Der Rizin-Brief hatte den Angaben zufolge keinen Absender und war in Memphis im Bundesstaat Tennessee abgestempelt worden. Alle Poststellen im Kapitol wurden vorerst geschlossen. Die Poststelle, an der der Brief gefunden wurde, befindet sich außerhalb Washingtons in einem Vorort.

Ricin ist ein hochgiftiger Eiweißstoff, der aus den Samen des Wunderbaums gewonnen wird. Geringsten Mengen reichen aus, um einen Menschen zu töten. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC „bedarf es einer vorsätzlichen Handlung, um Rizin herzustellen und es zur Vergiftung von Menschen zu verwenden“. Ein Gegengift gibt es nicht. Bereits 2004 waren in der Poststelle des US-Senats sowie des Weißen Hauses Rizin gefunden worden. Auf den US-Kongress waren 2001 mehrere Anschläge mit Milzbrand-Erregern verübt worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vereitelter Anschlag: Tödliches Gift in Brief an US-Senator gefunden"

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  • Erst der Bombenanschlag und dann zeitlich nahe ein Giftanschlag dazu noch mit einem aus US Medien bestens bekannten Gift (aus der Kult Serie Breaking Bad).

    Es ist davon auszugehen das es einen Zusammenhang gibt.

    Die Anschläge richten sich letztlich gegen die Bürger Privilegien der Amerikaner (Bürger Rechte gibt es nicht, denn Rechte kann man nicht einfach wegnehmen) und ihrer Vasallen.

    Der "knee jerk response" der Politik in so einem Fall ist mehr Schnüffelstaat, was eigentlich ein Skandal ist.

    Attentäter wird es immer geben es sei denn man führt den totalen Überwachungsstaat ein.

    Aber sind "elektronische Fussfesseln für das Volk" die richtige Antwort darauf ?

    NEIN.

    Land of the free, home of the brave...

    In Zukunft alles nur noch leere Worthülsen ?

    1960 war das noch ganz anders, die Amerikaner von damals hätten Bush und seinen Schnüffelstaat zum Teufel gejagt.


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