Verfall der Auto-Hochburg
„Detroit ist eine Stadt in großer Not“

Das Schlimmste sollte noch kommen

Warum schaffte es die Stadt nicht, dagegenzuhalten?
Die Bürgermeister haben versagt. Bei Kwame Kilpatrick hatten sie ein Management, das von Unehrlichkeit und betrügerischen Machenschaften geprägt war. Und mit Dave Bing (Anm. d. Red.: seit 2009 im Amt) haben sie einen Bürgermeister, der zusammen mit dem Stadtrat einfach seinen Job nicht erledigt.

Jetzt hat der Gouverneur des Staates Michigan einen Notfall-Finanzmanager in die Stadt geschickt. Wird Detroit schließlich doch noch die Wende schaffen?
Gouverneur Rick Snyder wird Detroit nicht fallenlassen. Außerdem gibt es in der Gegend eine Menge mächtige und engagierte Leute, die entschlossen sind, die Stadt vom Rand des Abgrundes wegzuziehen. Meiner Meinung nach liegen also die Chancen fast bei 100 Prozent, dass Detroit die Wende schafft. Aber es wird viel Zeit und viele Ressourcen brauchen.

Wäre es nicht einfacher für die Stadt, Pleite anzumelden?
Nein. In einem Insolvenzverfahren müsste alles vor Gericht. Notfall-Finanzmanager Kevyn Orr kann viele Dinge viel schneller erledigen. Außerdem gäbe es ja ein Stigma: Viele Leute würden zwar mit einem Finanzmanager zusammenarbeiten, aber nicht mit einer Pleite-Stadt. Sie tun also das Richtige.
Inwieweit hilft Detroit das Comeback der Autoindustrie?
Es kann helfen, aber wir wissen noch nicht, wie viel. Wenn es GM, Chrysler und Ford besser geht, ist das auch gut für Detroit. Doch für eine wirkliche Wende braucht es schon eine ganze Menge mehr.

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik
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